DIW: Bildungsziele gefährdet
Bafög-Plus steigert Studierlust kaum

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung reicht die Erhöhung um zehn Prozent nicht mal für den Inflationsausgleich. Mehr Abiturienten seien so nicht in die Hörsäle zu locken. Dabei fehlen in Deutschland Akademiker.

BERLIN. Die jüngste Bafög-Erhöhung reicht nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen. Deshalb ist auch nicht zu erwarten, dass die um zehn Prozent aufgestockte Förderung mehr Schulabgänger zu einem Studium motiviert, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem Wochenbericht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abiturient ein Studium beginnt, ist lediglich von 76 auf 77 Prozent gestiegen, ergab eine Simulation des DIW.

Das gefährdet das Ziel der Bildungspolitiker, den im internationalen Vergleich niedrigen deutschen Anteil von Akademikern auf 40 Prozent zu erhöhen. Auch beim Hochschulpakt II, den Bund und Länder zum Ausbau der Unis und Fachhochschulen ab 2010 schließen wollen, kommt entscheidend darauf an, wie viele Schulabgänger tatsächlich studieren.

Derzeit beginnt zwar gut ein Drittel eines Jahrgangs ein Studium - wegen der vielen Abbrecher erreichen am Ende jedoch nur 23 Prozent einen Abschluss. Das ist deshalb besorgniserregend, weil am Arbeitsmarkt vor allem Akademiker fehlen, von denen zudem in den nächsten Jahren ein Großteil altershalber ausscheidet.

Für das Wintersemester 2007/2008 hatten sich zwar erstmals wieder mehr Studenten eingeschrieben. Es ist aber unklar, ob damit schon eine Trendwende erreicht ist, heißt es im jüngsten Bildungsbericht von Bund und Ländern. Denn insgesamt liegt die Anfängerzahl noch immer um 20 000 und die Anfängerquote um mehr als zwei Prozentpunkte unter dem historischen Höchststand, der 2003 erreicht wurde.

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