DLR
Forscher wollen Gabriel bei Energiewende helfen

Bei der Umsetzung der Energiewende ist ein Knackpunkt die Speicherung – das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt könnte hier Abhilfe schaffen. Die Forscher haben dem Bundeswirtschaftsminister ein Angebot gemacht.
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BerlinDer Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ein Angebot zur Energiewende machen. Grundlegend seien Probleme der Vernetzung und Speicherung, das DLR biete gerade auf diesem Feld Lösungen an. „Wir können einen entscheidenden Beitrag leisten“, sagte Wörner am Donnerstag in Berlin.

Ein Gespräch mit Gabriel sei für Februar vereinbart worden. Das DLR ist neben der Forschung in der Luft- und Raumfahrt auch auf Sektoren wie der Verkehrs-, Energie- und Sicherheitstechnik aktiv. Von der neuen Bundesregierung erwartet Wörner, „dass sie die Raumfahrt im gleichen Umfang fördert wie bislang“.

Das Budget Deutschlands in der Raumfahrt liegt bei einer Milliarde Euro, davon entfallen rund 765 Millionen Euro auf die europäische Raumfahrt. In diesem Jahr stünden wichtige Weichenstellungen an. Dazu zählte Wörner die endgültigen Entscheidungen zur europäischen Trägerrakete Ariane 5ME sowie zum Zeitplan für die Entwicklung der Ariane 6 als Nachfolgesystem.

Im Dezember ist eine Ministerrats-Konferenz der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA geplant, die auch über die Zukunft der Trägerraketen befinden soll. Der Wettbewerb durch die zunehmende Niedrigpreis-Konkurrenz aus Russland, China oder Japan wird immer härter. Ziel sollte es sein, auch künftig ein Trägersystem in europäischer Hand zu behalten, sagte Wörner. „Das sollte den Europäern auch etwas mehr wert sein.“

Die neue Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries, sagte am Donnerstagabend auf dem DLR-Neujahrsempfang laut Redetext dazu, sie sei als pragmatisch bekannt - und deshalb dürfe sich keiner wundern, „wenn mir die Fortentwicklung der Ariane 5 als das bessere Modell erscheint“. Zypries verwies auf die Höhepunkte der Raumfahrt in diesem Jahr, etwa den Start des ersten deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zur internationalen Raumfahrtstation ISS Ende Mai.

Zugleich verwies Zypries auf die Bedeutung der Schlüsseltechnologien in der Luft- und Raumfahrt und anderer Forschungsbereiche des DLR für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland - auch auf den Gebieten Verkehr, Energie und Sicherheit. Das DLR leiste beispielsweise in der Speicherforschung exzellente Arbeiten, erklärte die neue Koordinatorin.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die hitzige Debatte um die Stromspeicherung ist absurd und kommt völlig verfrüht. Strom zu speichern macht wegen der Kosten erst dann Sinn, wenn große Überschüsse auftreten, für die anderweitig keine Verwendung besteht. Bei wachsendem Regenerativstromanteil lassen sich Abschaltungen vermeiden, indem Überschüsse zum Heizen (Wärmepumpe oder Direktheizung) genutzt werden und so fossile Brennstoffe ersetzen. „Power to Heat“ ist ein alter Hut und kommt z.B. als Stom-Nachtspeicherheizung zur Anwendung.

  • Die fehlende Speicherung war mit dem EEG schon vor 14 Jahren vorprogrammiert worden:

    Das EEG bezahlt für Zufallsstrom den gleichen Preis pro kwh wie für konstanten Strom. Damit besteht für die EE-Anlagen nicht der geringste Grund, irgendetwas zu speichern. Sie müssen nur "Strommengen" liefern, so als ob man den Strom wie Kohle in Säcke füllen oder wie Öl in Tanks abfüllen könnte.

    Das EEG ist damit nur ein Experiment, das uns vor Augen führt, was alles möglich wäre, WENN wir Strom verlustfrei und kostenlos und in unbegrenzter Menge speichern könnten: DANN könnte man tatsächlich Solarzellen und Windturbinen aufstellen und sich damit versorgen - aber eben nur DANN.

    Weil dieser Punkt des EEG nie herausgestellt wurde, und stattdessen immer nur von Strommengen die Rede war, gibt es bis heute in den Medien die allseits bekannten Erfolgsmeldungen "Windkraft ist billiger als so und so..".

  • Das eigentliche Problem sind und bleiben die Kosten, da hat auch ein Luft und Raumfahrtkonzern keine Universallösung.

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