Dokumentation
Schröders Antwort auf Köhlers Brief

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Vorstoß für eine Verlegung des Einheitsfeiertages vom 3. Oktober auf einen Sonntag in einem Antwortbrief an Bundespräsident Horst Köhler verteidigt.

HB DÜSSELDORF. Wir dokumentieren Schröders Schreiben:

„Sehr geehrter Herr Bundespräsident, vielen Dank für Ihren Brief vom heutigen Tage.
Ich stimme mit Ihnen darin überein, dass der Nationalfeiertag für unser Land ein sehr wichtiger, wertvoller Tag ist. Unser Land muss die Möglichkeit haben, seine Freude über die wiedergewonnene deutsche Einheit ausdrücken zu können und den Tag zu nutzen, an die friedliche Revolution zu erinnern. Deshalb soll dieser Feiertag auch nicht abgeschafft werden, sondern am jeweils ersten Sonntag im Oktober stattfinden. Diese Botschaft ist mir wichtig: der Nationalfeiertag bleibt bestehen.
Gleichwohl ist es nach meiner Überzeugung notwendig, die Zahl der gesetzlichen Feiertage zu reduzieren - nicht zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung, sondern um zusätzliche Wachstumsimpulse zu setzen. Wir alle wissen, dass es die deutsche Einigung war, die unserer Volkswirtschaft große finanzielle Lasten aufgebürdet hat.
Wir dürfen in unseren Bemühungen bei der Vollendung der Einheit nicht nachlassen. Dazu bedarf es aber auch einer nationalen Kraftanstrengung. In diesem Zusammenhang stellt der zusätzlich gewonnene Werktag einen wichtigen Beitrag dar.
Ich habe großes Verständnis für Ihren Wunsch nach einem breiten gesellschaftlichen Konsens in dieser Frage. Wenn Sie auf überzeugendere Wege hinweisen, will ich mich der Diskussion darüber nicht verschließen.
Mit freundlichen Grüßen,
Gerhard Schröder“

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