Drei Fragen an Gustav Horn
„Mindestlohn wird signifikante Verbesserungen bringen“

IMK-Direktor Gustav Horn freut sich über eine Lohnuntergrenze, von der vor allem Dienstleister in Ostdeutschland profitierten. Bedenken hat er bei den Plänen zur Europa-Politik – und er vermisst noch mehr im Vertrag.
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1. Was ist positiv am Koalitionsvertrag?
Viele Einzelmaßnahmen werden signifikante Verbesserungen für viele Menschen in Deutschland bringen. Dazu gehört in erster Linie der Mindestlohn, der nach Abschluss der vertretbaren Übergangsfrist endlich eine Untergrenze für Löhne einzieht. Dies wird insbesondere bei Dienstleistern in Ostdeutschland die Einkommen der Beschäftigten merklich steigern. Diese Einkommen spülen dann auch mehr Geld in die Staatskasse. In anderer Hinsicht werden die Neuregelungen bei der Staatsbürgerschaft, auf dem Arbeitsmarkt und die Veränderungen im Sozialsystem für viele Fortschritte und Erleichterungen bedeuten.

2. Was vermissen Sie?
Die Überschrift, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Dynamik und eine Strategie für Europa. Warum nimmt sich die Große Koalition nicht des Wahlkampfthemas Gerechtigkeit an? Warum wird kein signifikantes Investitionsprogramm beschlossen, was für unsere verfallende Infrastruktur so dringend erforderlich wäre? Und warum wird nicht einmal der Versuch gemacht, eine alternative Wachstumsstrategie anstelle der gescheiterten Austeritätspolitik für Europa zu entwickeln? Mit anderen Worten, ich vermisse Mut.

3. Was erwarten Sie für die kommenden vier Jahre?
Gepflegten Pragmatismus, also weder Katastrophen noch einen Sprung nach vorne.

Kommentare zu " Drei Fragen an Gustav Horn: „Mindestlohn wird signifikante Verbesserungen bringen“"

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  • „Mindestlohn wird signifikante Verbesserungen bringen“

    Nur wenn alle Löhne und Gehälter unter Beitragspflicht zu Sozialabgaben gestellt werden und zwar auch für die Arbeitgeberseite zu gleichen Anteilen. Nur so kann man eine weitere spätere Altersarmut eindämmen und das Gesundheitssystem stärken.

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