Drohende Kündigung abgewendet
Geringere Strafe für prügelnde Polizisten

Das Hamburger Landgericht hat das Strafmaß für zwei Thüringer Polizisten reduziert, die bei einer Demonstration in Hamburg zwei Kollegen verprügelt hatten.

HB BERLIN. Mildere Strafen als noch in der erstinstanzlichen Entscheidung sprach das Hamburger Landgericht am Freitag im Berufungsprozess gegen zwei Thüringer Polizisten aus. Bei einem Einsatz während einer Demonstration in Hamburg hatten die Beamten zwei Kollegen in Zivil mit Schlagstöcken verprügelt. Das Gericht hielt Bewährungsstrafen von zehn statt zwölf Monaten für angemessen.

Für die Polizisten ist die Reduzierung des Strafmaßes entscheidend: Das ursprüngliche Urteil des Amtsgerichtes hätte für sie die Entlassung aus dem Polizeidienst bedeutet. Den 30 und 31 Jahre alten Polizisten kam ihr indirektes Geständnis zugute. In der Berufung wandten sie sich lediglich gegen die Höhe der Strafe. Noch vor einem Jahr hatten sie und ein weiterer Polizist vor dem Amtsgericht in Hamburg jede Schuld bestritten.

Ein dritter Angeklagter wies auch am Freitag noch die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurück. Sein Verfahren wird fortgesetzt. Das Urteil über den 24-Jährigen wird für den 13. September erwartet.

Im November 2002 waren die Thüringer Beamten mit ihrer Einheit «Bison» zu einem Einsatz nach Hamburg geschickt worden, um die Polizei dort bei Demonstrationen nach der Räumung des Bambule-Wohnwagenplatzes zu unterstützen. Während einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und Protestierenden hatte der heute 30-Jährige auf zwei als Demonstranten getarnte Zivilpolizisten eingeschlagen. Die beiden anderen Thüringer Polizisten waren hinzugekommen. Die Opfer hatten später einen der prügelnden Beamten wiedererkannt.

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