EADS-Großprojekt
IG Metall warnt vor Eurofighter-Kürzung

Angesichts von Forderungen aus der Politik nach einer Überprüfung von Rüstungsprojekten hat die IG Metall vor einem massiven Stellenverlust bei EADS und deren Zulieferern gewarnt. Aus der SPD war zuvor die Forderung laut geworden, angesichts der Finanzkrise müsse auch die Rüstungsplanung für Projekte wie den Eurofighter oder die den Militärtransporter A400 M auf den Prüfstand gestellt werden.

DÜSSELDORF. "Würde die dritte Tranche nochmals erheblich reduziert, hätte dies Auswirkungen auf die Arbeitsplätze", schreibt der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Bernhard Stiedl, in einem Handelsblatt.com vorliegenden Brief an den SPD-Abrüstungsexperten Rolf Mützenich. Mützenichs Position trage nicht zur Sicherung der rund 5.000 Arbeitsplätze bei, die in Deutschland bei EADS und den Zulieferern von der Fertigung des Eurofighters abhingen. In Deutschland wird der Eurofighter am EADS-Standort Manching bei Ingolstadt montiert.

Mützenich hatte zuvor gegenüber Handelsblatt.com gefordert, angesichts der Finanzkrise auch die Rüstungsplanung für Projekte wie den Eurofighter oder die den Militärtransporter A400 M auf den Prüfstand zu stellen.

"Die Beschäftigten der EADS Deutschland GmbH und deren Zuliefererfirmen sind wegen der immer wieder angefachten Diskussion um den Eurofighter stark verunsichert. Damit die Arbeitsplätze gesichert bleiben, darf es deshalb zu keiner Unterbrechung der Produktion der dritten Tranche kommen", heißt es in dem Schreibens Stiedls weiter. Nach Angaben des Gewerkschafters hat die Bundesregierung die ursprünglich geplante Gesamtbestellung von 250 Eurofightern bereits auf 180 reduziert.

Vor diesem Hintergrund fordert Stiedl die Einhaltung von politischen Zusagen. Er verweist dabei auf ein Gespräch am 23.Oktober 2008 zwischen dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der EADS Deutschland, Helmuth Hohenstatter, dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, und dessen Vize Walter Kolbow. Damals sei die politische Unterstützung für die Splittung der dritten Tranche des Eurofighter in zwei Teile zugesagt worden, schreibt Stiedl.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
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