Edmund Stoiber ließ offen, welches Amt er übernimmt
Genossen sortieren Ministerkandidaten aus

Auch wenn Entscheidungen über Ministerposten erst am Sonntagabend fallen sollen, zeichnet sich in der SPD der Verzicht auf den Führungsanspruch in einer großen Koalition ab. Als Gegenleistung könnten die Genossen zwei Posten mehr als die Union erhalten. Unterdessen lichtet sich bei der SPD das Feld möglicher Kandidaten.

HB BERLIN. Kanzler Gerhard Schröder wies Vermutungen zurück, er könne Außenminister in einer CDU-geführten Regierung werden. Mit der Bemerkung, dass Schröder in einer großen Koalition für die SPD "unverzichtbar" sei, hatte Familienministerin Renate Schmidt neue Diskussionen über seine Zukunft ausgelöst. Die CSU handelt ihren Parteichef Edmund Stoiber als möglichen Außen- oder Wirtschaftsminister.

Allein der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber wurde am Donnerstag von Medien und CSU-Politikern für vier verschiedene Ressorts ins Spiel gebracht. SPD-Chef Franz Müntefering schloss nicht aus, Mitglied der neuen Regierung zu werden. Nach Handelsblatt-Informationen könnte der bisherige Chef des Kanzleramtes, Frank-Walter Steinmeier, Forschungsminister in einem Regierungsbündnis aus Union und SPD werden. Dies wird als weiteres Indiz gewertet, dass Schröders Verzicht auf die weitere Kanzlerschaft mittlerweile beschlossene Sache ist. Steinmeier ist langjähriger Vertrauter des Kanzlers und leitete unter Schröder bereits die niedersächsische Staatskanzlei.

Stoiber ließ in München offen, für welches Amt er in einer großen Koalition zur Verfügung stehen würde. Wenn es Sinn habe, sei er bereit mitzugestalten. Er unterstrich erneut die Notwendigkeit zur Sanierung des Staatshaushalts. Seine langen Ausführungen über die öffentlichen Finanzen wollte der bayerische Ministerpräsident jedoch nicht als Hinweis darauf verstanden wissen, dass er das Amt von Eichel übernehmen wolle.

Die "Passauer Neue Presse" hatte zuvor berichtet, Stoiber wolle diese Herausforderung annehmen, obwohl er wisse, wie undankbar gerade das Finanzressort angesichts leerer Kassen und absehbarer Milliardendefizite sei. Das Blatt berief sich dabei auf einen Vertrauten des CSU-Politikers. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete hingegen, Stoiber wolle das Wirtschaftsministerium übernehmen, das dann um die Bereiche Verkehr und Bau erweitert werden solle. Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) sagte, für Stoiber komme das Finanzministerium, aber auch das Außenministerium in Frage. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Michael Glos, nannte zudem seinen Parteifreund Horst Seehofer einen Anwärter auf einen Ministerposten.

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