Einsturzgefahr
Städte sagen Schließungswelle voraus

Die Ursache für den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall steht nocht nicht fest. Möglich ist, dass der Bau marode war. Das wäre kein Einzelfall, wie Städte und Gemeinden selbst zugeben. Den Kommunen fehlt das Geld für den Unterhalt ihrer Gebäude.

HB DORTMUND. Der Präsident des Deutschen Städtetages, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), hat eindringlich vor schlechter Bausubstanz in Deutschland gewarnt. „Fast alle Kommunen in Deutschland haben wegen ihrer Haushaltssituation in den vergangenen Jahren Mittel für den Bauunterhalt kürzen müssen. Dabei steigt die Zahl problematischer Gebäude in öffentlicher Hand“, sagte er den „Ruhr Nachrichten“ (Freitagsausgabe) in Dortmund.

Wenn sich die Finanzsituation von Städten und Gemeinden nicht schnell verbessere, werde es eine Schließungswelle bei öffentlichen Gebäuden geben. Hier sieht Münchens Oberbürgermeister Bund und Länder in der Pflicht. Die Kommunen müssten wieder in die Lage versetzt werden, ihre Infrastruktur in Ordnung zu halten.

Ude forderte: „Wir müssen uns stärker dem Problem maroder Bausubstanz in Deutschland zuwenden.“ Besonders bei Bauwerken aus den 60er und 70er Jahren würden die Probleme immer drängender. „Hier müssen Alarmzeichen wie Risse im Beton oder Feuchtigkeit im Gemäuer sehr ernst genommen werden“, erklärte Ude.

Die Forderung nach mehr Steuermitteln für die Kommunen stößt angesichts knapper Kassen allerdings auf taube Ohren bei den Verantwortlichen. Und so bleibt den Städten und Gemeinden nichts anderes übrig als zu sparen. Dabei gehen die kommunalen Ausgaben etwa für den Erhalt und die Sanierung von Straßen, Schulen oder Sporteinrichtungen in Ostdeutschland noch stärker zurück als in den alten Bundesländern. Nach Zahlen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes gaben ostdeutsche Kommunen 2004 rund 4,4 Mrd. Euro für Investitionen in öffentliche Infrastruktur aus, berichten die „Ruhr Nachrichten“ weiter. Dies waren fast 60 Prozent weniger als noch Anfang der Neunziger Jahre. Im Westen verringerte sich das Ausgabenvolumen im gleichen Zeitraum „nur“ um 35 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro in 2004.

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