Eklat im NSU-Prozess
Vater von Uwe Mundlos beschimpft Richter

Seinen Zeugenauftritt im NSU-Prozess scheint auch der Vater von Uwe Mundlos vor allem als Gelegenheit zu sehen, das Andenken des Sohnes zu verteidigen. Dabei reagierte er auf Nachfragen des Richters sehr emotional.
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MünchenIm NSU-Prozess hat der Vater des mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos bei seiner Zeugenaussage den Vorsitzenden Richter beschimpft. „Sie sind ein kleiner Klugsch...“, fuhr Siegfried Mundlos den Richter an. Er sprach das Wort nicht zu Ende, aber es war klar, was gemeint war. Richter Manfred Götzl drohte daraufhin Ordnungsmittel an, führte aber die Vernehmung fort.

Zuvor hatte Götzl den Zeugen gefragt, warum er seinen Sohn nicht darauf angesprochen habe, dass er dessen Freund Uwe Böhnhardt für eine „tickende Zeitbombe“ hielt.

Siegfried Mundlos hatte seinen Sohn bei der Vernehmung als „ehrlich und etwas naiv“ beschrieben. Wie schon in seiner Aussage vor dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss gab der frühere Informatikprofessor am Mittwoch dem Verfassungsschutz eine Mitschuld daran, dass sein Sohn in die rechte Szene abgeglitten ist. Erst die Gelder von V-Leuten hätten die Rechtsextremisten stark gemacht.

„Wenn die jungen Leute mit ihrem eigenen Geld hätten auskommen müssten, wäre gar nicht die Illusion entstanden“, sagte Siegfried Mundlos in der Verhandlung vor dem Münchner Oberlandesgericht. Sein Sohn sei aber nicht misstrauisch geworden. Mundlos wandte sich direkt an die Vertreter der Bundesanwaltschaft im Saal: „Sie können den Verfassungsschutz nicht aus diesem Verfahren ausgliedern.“

Gleich zu Beginn der Aussage kam es zu längeren Diskussionen zwischen Mundlos und dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl, als der Zeuge zunächst eine allgemeine Erklärung abgeben wollte und darum bat, „dass die Unschuldsvermutung von der Presse und den Beteiligten, insbesondere der Staatsanwaltschaft beachtet wird“. Mehrmals musste Götzl den Zeugen ermahnen, nur zur Sache auszusagen: „Es geht nicht darum, dass Sie jetzt Statements abgeben.“

Ein gewisses Aufsehen erregte Mundlos auch, als er gleich zu Beginn seiner Vernehmung eine Wasserflasche und einen Apfel auf dem Tisch vor sich platzierte. Nach einer guten halben Stunde biss er in den Apfel - worauf Götzl die Sitzung unterbrach: „Wenn sie jetzt Hunger haben, dann unterbreche ich, und wir machen eine Pause für zehn Minuten.“

Mundlos schilderte seinen Sohn als sehr hilfsbereit - „und sehr lieb zu seinem zwei Jahre älteren behinderten Bruder“. Zur Wendezeit habe er ihn im Streit um eine behindertengerechte Wohnung unterstützt. „In der DDR wäre er als systemkritischer Geist durchgegangen.“

Ursprünglich sollte am Mittwoch zunächst eine ehemalige Nachbarin des Zwickauer Terror-Trios vernommen werden - per Videoübertragung, da die 91-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erscheinen kann. Wegen technischer Probleme wurde die Vernehmung jedoch auf Donnerstag verschoben.

Angeklagt sind die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe sowie vier Helfer und Unterstützer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Der Gruppe, der auch Mundlos und Böhnhardt zugerechnet werden, werden neun Morde an Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft zur Last gelegt, außerdem der Mord an einer Polizistin sowie zwei Sprengstoffanschläge.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es häufen sich willkürliche Löschungen von Beiträgen beim HB, die der Redaktion ganz offensichtlich aus inhaltlichen Gründen nicht passen. Nettikette oder "bleiben sie sachlich" wird dann gerne vorgeschoben. In anderen Ländern würde dies das HB schlicht Zensur nennen. Aus diesem Grund wird SenecAAA ab sofort nicht mehr bei HB kommentieren. Auf Wiedersehen !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie systemkonform.

    Und zum lachen gehen Sie bitte in den Keller, wir tun es auch.

  • Da hat sich ein Herr Götzel so sehr einen Hr. Mundtot gewünscht und musste nun mit einem Hr. Mundlos vorlieb nehmen.

    Aber es war wohl der Apfel der ihn letztlich aus der Fassung brachte, ein BRAUNER Boskopp mit dem der Genosse
    Mundlos sine antisozialistische politische Gesinnung schamlos zur Schau trug.

    Die Personenkontrollen vor dem Gerichtssaal werden ab sofort Anweisungen erhalten nur noch die Sorten Golden Delicious, Granny Smith und Cripps Pink passieren zu lassen.

    Und dann noch die Frechheit sich darüber zu beschweren das der Verfassungsschutz seinen Sohn finanziert und als IM in die rechte Szene getrieben hat.

    Und Unschuldsvermutung ?

    Meine Güte, Herr Mundlos liest wohl keine Zeitungen, sonst wüsste er das diese längst das Urteil gefällt haben.

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