Erhöhte Prognose erwartet
Staat nimmt im März viel mehr Steuern ein

Die Steuereinnahmen sind im März um rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium auf Basis vorläufiger Zahlen.

DÜSSELDORF. Die Finanzämter haben somit im ersten Quartal über sechs Prozent mehr Steuern eingenommen als vor einem Jahr. Das entspricht einem Betrag von fast sechs Mrd. Euro. Wie üblich fehlen bei diesen Daten noch die Gemeindesteuern.

Damit hält der im Sommer begonnene Trend bei den Steuereinnahmen an. Unter Steuerschätzern gilt es als sicher, dass im Rahmen der Anfang Mai anstehenden Prognose die Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden deutlich erhöht werden. Bei der letzten Steuerschätzung im Novembern hatten die Experten für das Gesamtjahr lediglich einen Zuwachs von 1,2 Prozent vorhergesagt. Der März ist einer der vier wichtigen Steuermonate, da jeweils im letzten Quartalsmonat die Unternehmen ihre Steuervorauszahlungen leisten müssen.

Sehr günstig entwickelten sich den Angaben zufolge die Gemeinschaftsteuern, die Bund, Ländern und Gemeinden zustehen. Sie stiegen insgesamt um fast sieben Prozent. Lohnsteuer und Umsatzsteuer legten mit Zuwächsen von 1,5 bzw. 1,6 Prozent nur moderat zu. Daraus lässt sich ableiten, dass die gewinnabhängigen Steuern – Körperschaftsteuer, veranlagte Einkommensteuer und Zinsabschlag – exorbitant gestiegen sein müssen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die veranlagte Einkommensteuer um gut 80 Prozent und die Körperschaftsteuer um 24,5 Prozent zugelegt. Grund für die Entwicklung ist die sehr gute Ertragslage der Wirtschaft; außerdem entfalten Steuerrechtsänderungen ihre volle Wirkung offenbar erst mit Verzögerung.

Auch die reinen Bundessteuern entwickelten sich im März günstig. Sie legten um 8,7 Prozent zu. Sehr starke Zuwächse gab es bei der Branntwein- und der Stromsteuer; Mineralöl- und Tabaksteuer stiegen um rund vier bzw. sechs Prozent. Bei den Ländersteuern legte die Grunderwerbsteuer abermals stark zu – offenbar immer noch eine Nachwirkung des Wegfalls der Eigenheimzulage zum Jahresbeginn. Im Zuge dessen wechselten kurz vor Silvester noch viele Grundstücke den Besitzer.

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