Ersatz für die Eigenheimzulage
Union will Immobilien weiter subventionieren

Die Bundesregierung will im kommenden Jahr einen Ersatz für die Eigenheimzulage schaffen. „Wir denken daran, die Produktpalette der privaten Altersvorsorge um die selbst genutzte Immobilie zu erweitern“, sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) dem Handelsblatt.

BERLIN. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) soll nach Informationen aus der Koalition im Frühjahr einen Vorschlag ausarbeiten. Überlegt werde auch, neue Zuschüsse, etwa für Familien, einzuführen. Auf gar keinen Fall solle der Ersatz aber so teuer werden wie die Eigenheimzulage, so Meister.

Der Bundesrat wird am Mittwoch aller Voraussicht nach der Abschaffung der Eigenheimzulage zustimmen. Ab 1. Januar 2006 gibt es erstmals seit 1952 keine Förderung der Bildung von Wohneigentum mehr. Zuletzt konnten Eigenheimkäufer und Häuslebauer, die in zwei Jahren weniger als 70 000 Euro (Verheiratete 140 000 Euro) verdienen, maximal 1 250 Euro pro Jahr beantragen. Die Zulage wird acht Jahre lang gewährt und erhöht sich für jedes Kind um 800 Euro jährlich. Wenn diese Förderung 2013 komplett auslaufen wird, sparen Bund, Länder und Gemeinden im Vergleich zu heute 5,9 Mrd. Euro jährlich. Die Eigenheimzulage, 1996 eingeführt, blieb auch nach ihrer Kürzung um ein Drittel zum 1. Januar 2004 die größte Einzelsubvention.

Die SPD-Fraktion steht einer neuen Form der Immobilienförderung allerdings skeptisch gegenüber. „Wir machen das nur, weil die Union das im Koalitionsvertrag durchgesetzt hat“, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß. Bereits jetzt sei die so genannte Entnahmeregel in der Riester-Rente kompliziert: Sie sieht vor, dass ein Arbeitnehmer auf seine Riester-Ersparnisse einen Immobilienkredit aufnehmen darf, wenn er ihn bis zur Rente wieder tilgen kann.

Während die Bauwirtschaft auf einen Ersatz der Eigenheimzulage drängt, wird die Immobilie als Altersvorsorge von Versicherungen skeptisch gesehen: Bei einem Haus könne man nie sicher sein, dass es an Wert zunehme und dann, wenn man es im Alter braucht, auch zu Geld gemacht werden könne, gaben Branchenvertreter bei einer Anhörung im Bundestags-Finanzausschuss zu bedenken.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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