EU will Geflügelbauern helfen
Neue Vogelgrippe-Fälle auf Rügen

Bei drei weiteren Vögeln ist in Mecklenburg-Vorpommern das aggressive Vogelgrippe-Virus H5N1 nachgewiesen worden. Unterdessen plant die Europäische Union (EU) eine stärkere Entschädigung der Geflügelwirtschaft für Umsatzeinbußen wegen der Vogelgrippe.

HB SCHWERIN. Bei den neuen Vogelgrippe-Fällen in Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich um drei Schwäne, die von der Insel Rügen stammten, teilte das Agrarministerium am Montag in Schwerin mit. Zwei Tiere kamen aus Neukamp bei Putbus, ein weiterer Schwan stammte aus Moritzdorf bei Sellin. Damit wurde in Mecklenburg-Vorpommern die Vogelgrippe bei insgesamt 165 Wildvögeln, drei Katzen und einem Steinmarder nachgewiesen. Nutzgeflügelbestände sind bisher nicht betroffen.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel schlug derweil auf einer Sitzung der EU-Landwirtschaftsminister am Montag in Brüssel vor, einen finanziellen Ausgleich für die Geflügelwirtschaft rechtlich zu ermöglichen. Details blieben zunächst offen. Fischer Boel reagierte damit auf Forderungen etwa von Bundesagrarminister Horst Seehofer. Die bereits angehobenen Exportzuschüsse seien keine Lösung, weil EU-Geflügel im Ausland kaum zu verkaufen sei, sagte Seehofer. Die deutsche Geflügelwirtschaft habe bereits Umsatzeinbußen von rund 150 Mill. Euro wegen der nachlassenden Nachfrage hinnehmen müssen. 40 000 Arbeitsplätze seien betroffen.

Die EU-Kommission sieht bisher rechtliche Hürden für einen Ausgleich von Umsatzeinbußen, weil diese in der Geflügelmarktordnung nicht vorgesehen sind. Auf nationaler Ebene ist eine Entschädigung nur für seuchenbedingt getötete Tiere, nicht aber für Umsatzeinbußen vorgesehen.

Fischer Boel regte an, bereits bei der Aufzucht der Tiere anzusetzen, um eine Überproduktion zu vermeiden. „Wir müssen unbedingt die Produktion senken“, sagte sie. Möglichst bis Ende April wolle sie dazu entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Seehofer forderte, die EU solle etwa Bruteier aufkaufen. Die Bundesregierung und die deutsche Geflügelwirtschaft seien sich einig, dass die Entschädigung eine Aufgabe für die EU sein, sagte er. „Wir können das national gar nicht schultern.“ Weltweit gebe es volle Lager. Diese dürften nicht noch weiter anschwellen. Die Finanzierung eines Ausgleichs durch die EU sei aber noch offen. Seehofer forderte Hilfe für existenzgefährdete Geflügelbetriebe, machte aber auch Grenzen dafür deutlich. Langfristig gelte es, den Markt durch neues Vertrauen bei den Verbrauchern zu stabilisieren, sagte er. Die Vogelgrippe werde Europa noch länger beschäftigen. Umso wichtiger sei nun eine Aufklärung der Bevölkerung.

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