Ex-Minister vs. Minister
Stänkernder Steinbrück bringt Schäuble in Rage

Ungewöhnlicher Schlagabtausch im Bundestag. Schäuble erklärt sein Schuldenabbaukonzept, doch SPD-Mann Steinbrück fährt ihm in die Parade. Dann platzt dem Minister der Kragen.
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BerlinDie scharfe Rüge zielte in die hinteren Reihen. „Wenn Sie Kanzlerkandidat werden wollen, müssen Sie sich noch ein bisschen bessere Manieren zulegen. Sonst wird das nichts“, keilte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstagmorgen zum Auftakt der Haushaltsdebatte im Bundestag gegen seinen SPD-Vorgänger.

Von seinem Platz in der fünften Reihe im Plenum hatte Peer Steinbrück zunächst aufmerksam zugehört. Doch nach gut einer halben Stunde war es damit vorbei. Als Schäuble zum Thema Schuldenabbau kam, erregte sich Steinbrück mit einigen Zwischenrufen.

Der verbale Schlagabtausch zeigte, dass auch in der schwarz-gelben Koalition die Personaldebatten in der SPD aufmerksam registriert werden. Die Aussicht, dass der populäre Ex-Finanzminister spätestens in zwei Jahren gegen Amtsinhaberin Angela Merkel antreten könnte, scheint den einen oder anderen durchaus nervös zu machen.

Obwohl Parteichef Sigmar Gabriel und andere sich Mühe geben, die endgültige Antwort auf die K-Frage zu vertagen, ist für viele in der Partei die Sache zumindest vorentschieden. Nach jetzigem Stand werde es Steinbrück machen, wenn er tatsächlich auch wolle, war beim Sommerfest des Parteiblatts „Vorwärts“ in Berlin am Montagabend gängige Ansicht.

Selbst sonst eher vorsichtige Spitzensozialdemokraten gehen inzwischen aus der Deckung. So ließ sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck den Satz entlocken, wenn jetzt Bundestagswahlen wären, hätte Angela Merkel „keine Chance“ gegen Steinbrück.

Die hohen Erwartungen könnten sich in den kommenden Tagen noch verstärken. Nach sechswöchiger Pause hat der Umworbene angefangen, wieder die politische Bühne in Beschlag zu nehmen. „Griechenland ist pleite. Es ist langsam Zeit, sich das einzugestehen“, bekam sein Publikum am Montagabend beim Auftritt in der Essener Philharmonie gewohnt prägnant zu hören. „Gleich null“ seien im übrigen die Spielräume für Steuersenkungen in Deutschland.

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  • Steinbrück sagt, Griechenland ist pleite und man soll sich das eingestehen - er hat ja so Recht. Hätte er doch bloß diese Einsicht vor einigen Jahren selbst bewiesen.

    Dann hätte er sagen müssen, daß einige Banken pleite sind und aus dieser Erkenntnis heraus die Rettungsversuche unterlassen sollen.

  • Der isch so goizig, der broacht oh doas zur Euro-Rettuang, gelle!

  • Ja sicher sind Steuersenkungen mit der SPD nicht zu machen. Schließlich ist das keine Partei die den Staatssektor herunterfahren will, sondern im Gegentei von möglichst viel staatlicher Umverteilung lebt.

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