Exportboom
Rheinland-Pfalz baut auf die Spezialisten

Die Firma b+d Allzweck-Sportartikel ist ein Weltklasseunternehmen und gehört seit 1978 zu den Ausrüstern aller Fußball-Weltmeisterschaften. Das Unternehmen mit 34 Mitarbeitern ist typisch für die Wirtschaft von Rheinland-Pfalz.

MAINZ. Eingeklemmt zwischen den Felsen des Mittelrheintals liegt das Firmengebäude am Ortseingang der rheinland-pfälzischen Gemeinde Trechtingshausen. Wer ein bisschen zu schnell mit dem Wagen unterwegs ist, fährt am Parkplatz der Firma b+d Allzweck-Sportartikel glatt vorbei. Niemand würde hier ein Weltklasseunternehmen vermuten. Und doch gehört b+d seit 1978 zu den Ausrüstern aller Fußball-Weltmeisterschaften. "Die Fifa greift gern immer wieder auf uns zurück", sagt Firmenchef Winfried Baaser stolz. Als weltgrößter Spezialist für die Ausrüstung von Schiedsrichtern macht Baaser nach eigenen Angaben rund elf Millionen Euro Umsatz.

Das Unternehmen mit 34 Mitarbeitern ist typisch für die Wirtschaft von Rheinland-Pfalz. Vielfach sind die Unternehmen klein, verfügen über keine glitzernden Fassaden und liegen irgendwo in der Provinz. Dennoch sind sie dank hoher Spezialisierung oft sehr erfolgreich, auch auf dem internationalen Parkett. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft exportierte im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von rund 32,6 Milliarden Euro. Die Exportquote lag damit nach Angaben des Statistischen Landesamts bei 46,9 Prozent, was Rheinland-Pfalz wieder einen Spitzenplatz im Ländervergleich bescheren dürfte.

Die Lage der rheinland-pfälzischen Wirtschaft lässt sich kaum auf einen Nenner bringen. Zu facettenreich ist das Bild. Jahrzehntelang galt das Land an Rhein und Mosel als arme Gegend. Wirklich gewandelt hat sich die Situation bis heute nicht. 2005 erwirtschafteten die Rheinland-Pfälzer ein Bruttoinlandsprodukt von insgesamt 97,7 Milliarden Euro. Das ist gerade einmal halb so viel wie das hessische und ein Viertel des bayerischen BIP. Beim nominalen BIP je Erwerbstätigen erreichte Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr 54 993 Euro. Damit liegt das Land noch unter dem Durchschnitt aller 16 Bundesländer.

Allerdings hat es dank Exportboom in den vergangenen Jahren eine Aufholjagd gestartet. Zwischen 2002 und 2004 legte das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 2,1 Prozent zu. In einer jetzt vorgelegten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt Rheinland-Pfalz bei der wirtschaftlichen Dynamik Platz zwei hinter Sachsen. Bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Leistungskraft platzierten die Kölner Forscher das Land auf Rang fünf.

Beim Branchenmix fällt die Stärke des produzierenden Gewerbes auf. Gemessen an den Umsätzen, ist die Chemieindustrie mit dem weltgrößten Chemiekonzern, BASF, und dem größten deutschen Pharmahersteller, Boehringer Ingelheim, mit Abstand die Nummer eins. Daneben spielt die Automobil- und Zuliefererindustrie eine große Rolle. Unterentwickelt ist die Dienstleistungsbranche. Handel, Banken und Versicherungen sind kaum präsent, ebenso die Internetwirtschaft.

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