Fachkräftemangel
Von wegen zu viele Studenten!

PremiumTrotz der Debatte über den Akademisierungswahn: Es studieren weniger junge Menschen, als die Unternehmen laut Prognosen künftig brauchen. Gibt es dann noch genügend Auszubildende? Forscher sehen ein „Bildungsproblem“.

DüsseldorfFür Julian Nida-Rümelin, Philosophieprofessor und früherer SPD-Staatsminister, ist die Sache klar: Deutschland müsse den „Akademisierungswahn“ stoppen. Seit langem kanzelt er es als fatalen Fehler ab, dass wir das Bildungssystem „bankrottreif“ redeten, wie er sagt, weil wir Jugendlichen weismachten, sie seien gescheitert, wenn sie nicht Abitur machten und studierten. In den vergangenen Jahren ist denn auch die Zahl der Erstsemester auf eine halbe Million gestiegen, in der dualen und schulischen Ausbildung beginnen jährlich etwa 700.000 junge Menschen.

Für Dieter Dohmen, Gründer und Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie, ist die Sache nicht so klar. Dass es schädlich ist, Studium...

 
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