FDP
Kritik wegen Vorgehen bei Schlecker hält an

Die Schlecker-Transfergesellschaft war am Donnerstag gescheitert, weil drei Länder mit FDP-Wirtschaftsministerium nicht bereit waren, sich an einer Kreditbürgschaft zu beteiligen. Die FDP weist die Kritik zurück..
  • 20

Berlin Die FDP habe durch die Ablehnung einer Transfergesellschaft 11.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen „die kalte Schulter“ gezeigt, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Die „ordnungspolitischen Dogmatiker“ der FDP seien Schuld daran, dass den Frauen nun die Arbeitslosigkeit drohe. „Es liegt jetzt bei der Wählerschaft, darüber zu entscheiden, was sie von solch einer Partei hält“, sagte Kretschmann.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der FDP Profilierungssucht auf Kosten der Schlecker-Mitarbeiterinnen vor. „Ich bin stinksauer auf die FDP“, sagte Nahles am Donnerstagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“. „Sie will unbedingt Profil schinden auf dem Rücken von 11.000 Frauen, die sich abgerackert haben.“ Die Begründung der FDP gegen eine Auffanggesellschaft sei „mau und der Sache nicht angemessen“. Die Schlecker-Transfergesellschaft war am Donnerstag gescheitert, weil drei Länder mit FDP-Wirtschaftsministerium - Sachsen, Niedersachsen und Bayern - nicht bereit waren, sich an einer Kreditbürgschaft zu beteiligen.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wies die Kritik zurück. „Der Staat darf in einer Sozialen Marktwirtschaft den Wettbewerb nicht aushebeln“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“ vom Freitag. Jetzt sollten die Jobcenter sich verstärkt um die Vermittlung der Schlecker-Mitarbeiter bemühen. Der Schlecker-Unternehmensführung warf Brüderle schweres Missmanagement vor.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " FDP: Kritik wegen Vorgehen bei Schlecker hält an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der FDP-Standhafigkeit trotz verlogener Kritik seitens der mehrheitlichen Parlamentarier und Medien mein Lob.
    Wenn ich weiterhin diese maßlose Unehrlichkeit der schwarz-rot-grünen Parteien verspüre, werde ich das 1. Mal in meinem 60-jährigehn Leben der FDP meine Stimme geben oder den Wahlen ganz fern bleiben, obwohl ich von Jugend aa immer auf der Seite der sozial Schwächeren gestanden habe.
    Aber Managementfehler in Unternehme und Konzernen dürfen nicht mit Steuergelder belohnt werden.
    Wenn die Politiker ein solches Vorgehen favorisieren und kolportieren, dann sollen Sie auch mit Ihrem eigenen Vermögen haften und einen privaten finaniellen Anteil für eine Auffanggesellschaft leisten.

  • absolut richtig. Die FDP war die einzige Partei die hier Verstand und Mut bewiesen hat. Wenn auch eher den Mut der Verzweiflung.

    Wohin ist unsere Demokratie nur geraten, wenn einzelne SPD oder CDU/CSU-Politiker glauben, sich -gegen alle ökonomische Vernuft- kurzfristig mit Steuergeldern profilieren zu müssen? Und das nur um bei Bild, Spiegel und den zu Heldinnen des feministischen Klassenkampfs stilisierten "Schlecker-Frauen" schön Wetter zu machen.

    Politik in diesem Land ist so erbärmlich geworden...

  • Ich wollte noch ergänzen: Nicht nur die FDP befindet sich im Wahlkampf. Sie ist bloß an diesem Punkt nicht so unehrlich wie die anderen Parteien, die im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach einer Transfergesellschaft von Rettung sprechen. Sie betreiben bewußte Irreführung. Das ist aber nicht neu. Diese Fälle von drohender Arbeitslosigkeit nahe an Wahlterminen mit der entsprehenden Wählertäuschung durch falsche Verheißungen hat es doch schon öfter gegeben. Die SPD ist darin erfahrungsgemäß ganz groß. Mich wundert nur, daß auch Herr Kretschmann von den Grünen sich so verhält. Er ist halt auch nicht besser als die anderen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%