FDP über Lucke & Co.
„Die sollen bleiben, wo der Pfeffer wächst“

Frühere AfD-Mitglieder sortieren sich derzeit neu. Ihre politische Zukunft, etwa in einer neuen Partei, ist ungewiss. Die FDP will sich nicht für sie öffnen, wie Parteichef Lindner sagte. Das provoziert heftige Kritik.
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BerlinFührende FDP-Politiker lehnen die Aufnahme enttäuschter AfD-Mitglieder in ihre Partei ab. „Leute, die die AfD als Mitglieder und Mandatsträger bis zuletzt gestützt und die ganzen Ressentiments gegen Minderheiten, „Altparteien“ und „Lügenpresse“ mitgetragen haben, die können nicht am Tag darauf in einer liberalen Traditionspartei willkommen sein“, sagte Lindner der „Welt“.

Kommunalpolitikern der Alternative für Deutschland sage er daher, dass sie keine Zukunft in der FDP hätten. Das gelte auch für den Europaabgeordneten Hans-Olaf Henkel. Weder die AfD noch die „Weckruf“-Formation von AfD-Gründer Bernd Lucke seien liberal, urteilte Lindner.

Noch deutlicher wurde der FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki. „Herr Lucke hat doch selbst erklärt, er sei kein Liberaler. Wie sollten wir mit homophoben europafeindlichen Antiamerikanern gemeinsame Sache machen? Die sollen bleiben, wo der Pfeffer wächst“, sagte Kubicki der „Stuttgarter Zeitung“.

Der Europaabgeordnete und Ex-AfD-Politiker Henkel wies die Äußerungen Lindners als „lächerlich“ zurück. „Keiner von uns käme je auf die Idee, in diesen Verein einzutreten, der mit seiner Europolitik alle liberalen Prinzipien verraten hat“, sagte Henkel dem Handelsblatt. „Stand die FDP in Deutschland mal für Subsidiarität, Wettbewerb und  Eigenverantwortung, betreibt sie hier in Brüssel das genaue Gegenteil: sie wirbt für Zentralismus, Harmonisierung und die Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Bankenrisiken.“

Die AfD war zuletzt von heftigen Machtkämpfen erschüttert worden, die der nationalkonservative Flügel um Frauke Petry auf dem Parteitag am 4. Juli für sich entschied. Die Partei hat seither fast zehn Prozent ihrer 21.000 Mitglieder verloren. Lucke ist inzwischen aus der AfD ausgetreten und erwägt mit seinen Mitstreitern die Gründung einer neuen Partei.

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  • Lucke hat fertig.Seine Aufgabe ist erfüllt.Er hat in höherem Auftrag versucht die AfD von innen heraus zu zerstören.Das dürfte ihm nicht gelungen sein.Nun braucht ihn niemand mehr.

  • Es ist schon erstaunlich auf welche Idden Herr Lindner und Herr Kubicki so kommen. Das Wort Lügenpresse trifft hier eindeutig nicht die Presse es sind die Äußerungen von Politikern die nach meiner Auffassung unter rehalitätsverlust leiden.
    Frank Perka

  • Wen die FDP haben möchte und wen nicht interessiert keinen mehr!

    Wir brauchen endlich eine Opposition die der Regierung wirklich über die Schulter schaut und dafür sorgt, dass Recht und Gesetzt angewandt werden! (Beispiel: Rettungsschirme, Europolitik, Einwanderung, etc etc)

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