Finanzhilfen
Begehrlichkeiten nach Transrapid-Hilfen

Die Bundesregierung hat Begehrlichkeiten nach neuen Finanzhilfen für Transrapid-Projekte in Bayern und Hessen gebremst. Bei dem für die aufgegebene Strecke in NRW bereitgestellten Geld handelt es sich um "virtuelles Geld", das erst mobilisiert werden muss.

dpa BERLIN. Bei den für die aufgegebene Strecke in Nordrhein-Westfalen bereit stehenden Mitteln in Höhe von 1,75 Milliarden Euro handele es sich um Gelder, die erst mobilisiert werden müssten, sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Felix Stenschke, am Montag in Berlin. Es sei eine Art „virtuelles Geld“. Das könne man nicht einfach einsammeln oder einsparen.

Nach dem Aus für die Magnetschwebebahn zwischen Düsseldorf und Dortmund war in Hessen der Ruf nach einem Transrapid laut geworden. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) schlug die Strecke vom Frankfurter Hauptbahnhof über den Rhein-Main-Flughafen zum Flughafen Hahn im Hunsrück vor. Die Landesregierung will nun zusammen mit Rheinland-Pfalz über die Realisierung des Projekts verhandeln. Dazu sollen jetzt Gespräche mit dem Bund aufgenommen werden, beschloss das hessische Kabinett am Montag bei einer auswärtigen Sitzung in Offenbach. Landespolitiker von SPD, CDU und FDP sprachen sich in Wiesbaden für den Bau der Magnetschwebebahn aus. Die FDP schlug zudem eine Verlängerung bis Brüssel und Luxemburg vor.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte mehr Geld für die Umsetzung des Projekts in München, wo es eine Finanzierungslücke von 125 Millionen Euro gebe. Bayern war 675 Millionen Euro Zuschuss versprochen worden, rund ein Drittel der Gesamtkosten. In Düsseldorf will die Landesregierung das Geld für Investitionen im eigenen Land nutzen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) geht davon aus, das er die Transrapid-Mittel für eine Express-S-Bahn einsetzen kann.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) befürwortet dagegen eine Transrapid-Strecke im Norden. Nach einem Zeitungsbericht plädierte Wulff für eine Trasse von den Niederlanden über Oldenburg, Bremen und Hamburg nach Berlin. Die Magnetschwebebahn sei eine „echte Alternative“ zum Flugzeug.

Stenschke wies darauf hin, dass das von Koch jetzt wieder ins Gespräch gebrachte Projekt bei der früheren Vorauswahl bereits gescheitert sei. Von den fünf Projekten, die damals untersucht worden seien, habe diese Verbindung am schlechtesten abgeschnitten. Den Berechnungen zufolge sei für die Strecke zwischen Frankfurt und dem Flughafen Hahn kein wirtschaftlicher Erfolg zu erwarten gewesen. Wenn es an dem Projekt jetzt Änderungen geben solle, müsse neu gerechnet werden, sagte Stenschke.

Das einzige bisher realisierte Transrapid-Projekt ist ein Flughafen-Zubringer für die chinesische Metropole Schanghai. In Deutschland existiert lediglich eine Teststrecke in Niedersachsen.

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