Fiskus nimmt im Juni deutlich mehr ein
Steinbrück im Steuerglück

Der Steuersäckel des Finanzministers füllt sich ordentlich: Die Einnahmen sind im ersten Halbjahr noch stärker gestiegen als bislang gedacht. Experten zufolge kann Peer Steinbrück schon bald einen ausgeglichenen Etat nach Brüssel melden. Zugleich plant der Fiskus nach Handelsblatt-Informationen eine neue Regelung, die bei Steuerberatern, Rechtsanwälten und Banken für Aufsehen sorgen dürfte.

HB DÜSSELDORF. Die Finanzämter nahmen ohne die gesondert erfassten Gemeindesteuern fast 29 Mrd. Euro mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Zuwachs von 13,9 Prozent, wie das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium erfuhr. Offiziell werden die Daten nächste Woche vorgestellt.

Steuerschätzerkreise betonten, nach den guten Daten könnte das Ergebnis der Mai-Prognose um etwa zehn Mrd. Euro übertroffen werden; die Experten hatten für das Gesamtjahr 534,3 Mrd. Euro Einnahmen vorhergesagt, ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber 2006. Nun sei es „gut möglich“, dass Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits Ende diesen Jahres einen ausgeglichenen Staatshaushalt der EU-Kommission melden könnte, hieß es in den Kreisen weiter. Letztes Jahr hatte das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen noch 1,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen. Das entsprach 37 Mrd. Euro.

Allein im Juni legten die Steuereinnahmen um 12,6 Prozent zu. Anders als zu Beginn des Aufschwungs wurden die Steuereinnahmen nicht mehr nur von den sprudelnden Unternehmensgewinnen angetrieben. Auch die wichtigsten Einzelsteuern, Umsatz- und Lohnsteuer, legten kräftig zu. Das Umsatzsteueraufkommen stieg nicht zuletzt wegen der Steuererhöhung zum Jahresbeginn um gut 17 Prozent; das Lohnsteueraufkommen erhöhte sich wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit um 8,8 Prozent.

Entgegen den Erwartungen von Experten zahlte auch die deutsche Wirtschaft im Juni noch einmal mehr Steuern: Sowohl die Körperschaftsteuer also auch die von Selbstständigen gezahlte veranlagte Einkommensteuer spülten rund eine Mrd. Euro mehr in die Staatskasse als im Vorjahresmonat – die Unternehmen müssen stets im letzten Quartalsmonat ihre Vorauszahlungen leisten, die sich an den aktuellen Gewinnerwartungen orientieren.

Kräftig zur Kasse gebeten wurden im Juni auch die Anleger. Die Banken behielten 66 Prozent mehr Zinsabschlag ein als im Vorjahresmonat. Wesentlicher Grund dürfte der seit Jahresbeginn reduzierte Sparerfreibetrag sein.

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