Flüchtlingskrise
Kein Hinweis zu Extremisten unter Asylbewerbern

Nutzen die IS-Terroristen den Flüchtlingsstrom, um Kämpfer ins Land zu schmuggeln? Der Generalbundesanwalt Frank sieht dafür gerade keine Hinweise. Die AfD ruft währenddessen dazu auf, sich zu bewaffnen.

Karlsruhe/Itzehoe/LeverkusenGeneralbundesanwalt Peter Frank hat derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass sich unter eingereisten Flüchtlingen Extremisten befinden. Es gebe derzeit „keine belastbaren Hinweise“ darauf, dass extremistische Gruppierungen im Ausland die Flüchtlingsströme nutzen, „um hier Terroristen nach Deutschland einzuschleusen“, sagte Frank am Freitagabend der ARD. Angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen sei dies aber nur eine „Momentaufnahme“, die sich letztlich täglich und wöchentlich ändern könne.

Mit Blick auf sogenannte Rückkehrer sagte Frank, es gebe Erkenntnisse, dass gut 750 Menschen aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak ausgereist seien. 250 von ihnen seien wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Darunter seien etwa 70, die im Ausland an Kämpfen teilgenommen hätten oder in Trainingscamps gewesen seien. „Allein das erhöht die Gefährlichkeit.“

Eine Einschätzung zur Gefahr eines Anschlags wollte der Generalbundesanwalt aber nicht abgeben. Dies sei Sache der Sicherheitsbehörden, ergänzte er.

Die AfD (Alternative für Deutschland) machte unterdessen weiter Stimmung gegen Flüchtlinge. Die Obergrenze wäre erreicht, Deutschland müsste seine Grenzen sichern, sagte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende bei einer Veranstaltung in Leverkusen. Laut eines Berichts der „Rheinischen Post“ plädierte Marcus Pretzell dafür, Flüchtlinge notfalls mit Schusswaffen abzuschrecken.

Pretzells Worte provozieren in einer ohnehin angespannten Situation. An diesem Wochenende treffen sich die Koalitionsspitzen zu einem Krisentreffen in Berlin. Auch unter den Flüchtlingen selbst ist die Stimmung nicht überall entspannt – voller Ungewissheit leben sie in Massenunterkünften auf engstem Raum zusammen.

Bei einer Massenschlägerei in einem Flüchtlingsheim in Itzehoe in Schleswig-Holstein sind sechs Menschen verletzt worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, gerieten bei der Essensausgabe am Freitagabend etwa 50 Araber und Kurden in einen heftigen Streit. Die Kontrahenten warfen Tische, Stühle und Bänke und prügelten mit den Fäusten aufeinander ein. Wachmänner versuchten vergeblich, die Schläger zu trennen. Die Polizei rückte mit Hunden und einem großen Aufgebot an. Vier Flüchtlinge und zwei Wachleute wurden verletzt. Zum Anlass des Streits hieß es: Ein Araber habe die Kurden beleidigt und provoziert. Drei Männer zwischen 16 und 35 Jahre wurden festgenommen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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