Flüchtlingspolitik
Merkel lädt Seehofer und Gabriel zu Krisentreffen

Familien mit Kindern müssen nachts im Freien ausharren, ohne Wasser und Nahrung. Auch an der deutschen Grenze gebe es Missstände, klagt Bayern. Die Kanzlerin bittet die Spitzen von CSU und SPD nun zum Krisengipfel.

BerlinNach einem Ultimatum von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer in der Flüchtlingskrise hat Kanzlerin Angela Merkel die Parteichefs der Koalition zu Treffen am Wochenende eingeladen. Dabei soll es um das weitere Vorgehen in der Asylpolitik und die kritische Lage an der Grenze zu Österreich gehen, an der täglich Tausende Flüchtlinge ins Land kommen.

Zugleich mahnte die CDU-Chefin am Dienstag erneut zu Geduld: In der Krise lasse sich nicht einfach ein Schalter umlegen, sagte Merkel mit Blick auf Zehntausende Flüchtlinge, die über den Balkan nach Deutschland streben.

Zuvor hatte der CSU-Vorsitzende Seehofer ein Umsteuern bis zu diesem Sonntag verlangt. An diesem Samstag treffen sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zunächst Merkel und Seehofer. Am Sonntag wollen beide mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel zusammenkommen, wie zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch) berichtet hatte.

Seehofers CSU-Landesregierung prangerte als skandalös an, dass Österreich zahllose Menschen auf einen Schlag unabgesprochen an die deutsche Grenze bringe. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, dies gefährde die Sicherheit und Ordnung hierzulande.

Seit Anfang September seien mindestens 318.000 Menschen in den Freistaat gekommen. Sozialministerin Emilia Müller nannte die Zustände auf der österreichischen Seite „inhuman“. Deutsche Hilfsorganisationen hätten Flüchtlinge jenseits der Grenze mit Decken und Tee versorgen müssen.

Seehofer forderte, Merkel persönlich müsse auf das Nachbarland einwirken. Bis Allerheiligen – also Sonntag – werde er noch abwarten, ob seine Forderungen nach Zuwanderungsbegrenzung Gehör fänden, sagte Seehofer der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

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