Flügelkämpfe
SPD sucht mühsam einen Weg nach vorn

Eigentlich will der neue SPD-Chef Müntefering seine Partei geschlossen in die kommende Bundestagswahl führen. Doch derzeit brechen bei den Sozialdemokraten alte Flügelkämpfe wieder auf. Um die Genossen auf Kurs zu bringen, beschwört der Vorsitzende den Geist der Vergangenheit - während seiner Partei eine Strategie für die Zukunft fehlt.

BERLIN. Am Wochenende passierte in der SPD das, was Franz Müntefering bis zur Bundestagswahl verhindern wollte: Die Flügelkämpfe in der Partei brachen wieder auf. Auslöser war die Wahl eines Bundestagskandidaten in Hamburg. Der Hoffnungsträger der Parteilinken, Niels Annen (35), sollte es erneut werden. Doch er verlor gegen den Landeschef der Jusos.

Die Personalie war so heikel, dass sich die Vertraute Annens, die stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles, und der Parteilinke Björn Böhning zu Wort meldeten und bei den Parteirechten, dem Seeheimer Kreis, „personelle Konsequenzen“ forderten. Beide vermuten den Hamburger Genossen, Bundestagsabgeordneten und Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, hinter dem Coup.

Es kracht wieder in der SPD – trotz Franz Müntefering. Der hatte den Hamburger Genossen ausdrücklich die Wahl von Annen ans Herz gelegt. Die Wahlschlappe war damit auch eine Ohrfeige für Müntefering.

Am Wochenende passierte es in Hamburg, seit Wochen aber brodelt es auch in Hessen zwischen Parteirechten und -linken in der SPD. Die Frage nach dem richtigen Kurs ist lange noch nicht geklärt.

Der SPD fehlt seit Monaten der inhaltliche Kurs. Es gab das Beck-Steinmeier-Papier, es gab „Verkehrsregeln für die Finanzmärkte“, es gab ein Papier für ein EU-Konjunkturpaket. Doch das alles berührt die Seele der Partei nicht. Müntefering ist als Parteichef vielmehr damit beschäftigt, der Partei erst einmal den notwendigen Stolz wiederzugeben, damit sie weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

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