Friedrich Merz im Gespräch als Bundesminister
CDU-Führung sucht verzweifelt einen neuen „Mr. Wirtschaft“

Meister, Meyer, Fuchs - in Sachen Wirtschaftspolitik herrscht derzeit ein Vakuum bei der CDU. Keiner der drei konnte bislang den Rückzug von Friedrich Merz kompensieren. Die CDU intensiviert nun die Suche nach einem Nachfolger - leicht wird das nicht.

BERLIN. Das Verhältnis der Wirtschaft zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gespalten wie nie. Während sich Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als "Genosse der Bosse" feiern ließ und regelmäßig befreundete Konzernlenker in die achte Etage des Kanzleramts einlud, nehmen die Klagen der Manager über den wirtschaftspolitischen Kurs der Großen Koalition fast täglich zu. Mit der Einführung von Mindestlöhnen, den Kontrollen ausländischer Investitionen und der verlängerten Auszahlung von Arbeitslosengeld hat sich Kanzlerin Merkel keine neuen Freunde in deutschen Chefetagen gemacht.

Dass es überhaupt zu solchen ordnungspolitischen Fehlentscheidungen kommen konnte, liegt nicht allein am sozialdemokratischen Koalitionspartner. Richtig ist vielmehr, dass die Union das wirtschaftspolitische Feld weitestgehend geräumt hat. Mit Michael Meister, Laurenz Meyer und Michael Fuchs kümmern sich zwar drei erfahrene CDU-Politiker um das Thema Wirtschaft, doch ihnen fehlt die öffentliche Durchschlagskraft. Den Rückzug des ehemaligen Unions-Fraktionschefs Friedrich Merz, der wie niemand sonst in klarer Prosa über wirtschaftspolitische Zusammenhänge diskutieren kann, hat die Partei immer noch nicht kompensiert - weder inhaltlich noch personell.

Ohne klares ordnungspolitisches Profil wird es der CDU jedoch schwer fallen, bei der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres über die Marke von 40 Prozent zu springen. Das fürchten auch die Ministerpräsidenten Peter Müller (Saarland) und Christian Wulff (Niedersachsen), die unlängst den unklaren Kurs der Partei kritisiert haben. Die CDU-Führung sucht deshalb intensiv nach einem neuen "Mr. Wirtschaft".

Viele Optionen gibt es allerdings nicht. Nach den Erfahrungen mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Paul Kirchhof werden die Chancen, eine Persönlichkeit aus der Wirtschaft für den Bundestagswahlkampf zu gewinnen, als äußerst gering eingeschätzt. Umgekehrt sehnt sich kein Manager danach, einen öffentlichen Absturz wie "der Professor aus Heidelberg" zu erleben. "Das ist in der Tat schwierig", heißt es in der CDU-Führung.

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