Gefeuerter Staatssekretär
Guttenberg-Vertrauter greift de Maizière an

Unter Verteidigungsminister Guttenberg war er Staatssekretär und zuständig für die Bundeswehrreform. Jetzt teilt Otremba kräftig gegen den neuen Minister aus, weil der die Reform für sich beansprucht.
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BerlinDer gefeuerte Verteidigungsstaatsekretär Walther Otremba hat den Umgang von Minister Thomas de Maizière (CDU) mit dem Erbe von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kritisiert. "90 Prozent von dem, was de Maizière umgesetzt hat, stammt bereits aus der Zeit von zu Guttenberg", sagte Otremba der "Bild"-Zeitung. "Es ist schon in Ordnung, wenn Herr de Maizière Vorarbeiten sinnvoll nutzt. Es ist aber nicht in Ordnung, wenn der Eindruck vermittelt wird, Herr zu Guttenberg habe bei der Reform keinen Plan gehabt."

Otremba war unter Verteidigungsminister Guttenberg für die Reform mitverantwortlich gewesen. De Maizière hatte ihn nach seinem Amtsantritt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. "Wir hatten in früheren Funktionen ordnungspolitische Meinungsverschiedenheiten. Meine Organisationsvorschläge zur Reform hat Herr de Maizière aber erst gelesen, als ich schon gefeuert war", sagte Otremba.

De Maizière will die Bundeswehr deutlich verkleinern und zugleich schlagkräftiger für künftige Auslandseinsätze machen. Statt bisher 7000 sollen künftig 10.000 Soldaten weltweit in Krisenherden eingesetzt werden können. Insgesamt schrumpft die Bundeswehr aber um ein Fünftel. De Maizière stellte das Konzept am Mittwoch in Berlin vor. Er setzt auf einen breiten politischen Konsens. Grünen und Linken gehen die Einsparungen nicht weit genug. Die Bundesländer zittern wegen möglicher Schließungen von Bundeswehr-Standorten.

Die Reform war 2010 von de Maizières Vorgänger zu Guttenberg eingeleitet worden, der dann in einer Affäre um Plagiate in seiner Doktorarbeit zurücktrat. Die Aussetzung der Wehrpflicht und die Einführung eines neuen freiwilligen Wehrdienstes von zwölf bis 23 Monaten ab dem 1. Juli ist bereits beschlossen. Über Standortschließungen soll erst im Oktober entschieden

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  • Es ist doch völlig egal, wer diese stümperhafte Reform für sich beansprucht. Dieser Rohrkrepierer verdient noch nicht mal den Namen "Reform". Schon allein diese ganzen Widersprüche. Erst die Wehrpflicht aussetzen, dann feststellen dass es kaum Freiwillige gibt. Und jetzt soll mit einer kleineren Truppe auch noch mehr Kriseneinsatz geleistet werden. Diesen schwachsinnigen Mist kann man doch nicht mehr hören. Das ist so als würde z.B. ein Automobilkonzern seine 30.000 Mitarbeiter der Belegschaft komplett rausschmeißen und sie durch 10.000 Leiharbeiter ersetzen und dann stellt sich der Firmenboss hin und sagt: "Ab sofort werden wir die doppelte Menge Fahrzeuge produzieren!". Da würde jeder sagen, dass dieser Firmenchef ja nicht mehr alle Tassen im Schrank haben kann. Wieso fragt sich das keiner bei der sonderbaren Denkweise der Verteidigungsminister? Egal ob Schwindel-Dr. oder de Maizere. Es kommt doch nur Mist dabei raus.

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