Geld für das Finanzministerium
Schäuble kassiert die Bundesbank-Milliarden

Die Bundesbank erholt sich von der Euro-Krise: Mit einem satten Gewinn kann das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen werden. Im Gegensatz zu den Vorjahren geht der ganze Erlös an das Finanzministerium.
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Berlin/FrankfurtDie Bundesbank hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von mehr als zwei Milliarden Euro erzielt. Anders als in den vergangenen drei Jahren wird der Erlös komplett an das Finanzministerium überweisen. Entsprechende Angaben der „Bild“-Zeitung wurden in Finanzkreisen mittlerweile bestätigt.

Auch die Bundesregierung geht in ihrer Haushaltsplanung weiter von einer Milliardenüberweisung der Bundesbank aus. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der Bundesbankgewinn geringer als zwei Milliarden Euro ausfallen werde, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen. In der bisherigen Haushaltsplanung ist der Betrag fest eingeplant.

Dass die Milliarden-Finanzspritze keine Selbstverständlichkeit ist, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Von 2011 bis 2013 hatte die Bundesbank wegen der Euro-Krise einen Großteil ihres Gewinns als Sicherheitspuffer selbst einbehalten. Während 2010 noch ein Gewinn von 2,2 Milliarden Euro in der Zentralbankbilanz stand, überwies die Bundesbank ein Jahr später nur noch 643 Millionen Euro an Schäuble. Auch 2012 fiel der Überschuss mit 664 Millionen Euro vergleichsweise gering aus.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründete den niedrigen Gewinn damals mit höheren Risiken der Zentralbank wegen der Euro-Staatsschuldenkrise. So erhöhte die Bundesbank ihre Rückstellung für allgemeine Wagnisse um 6,7 Milliarden auf den Rekordwert von 14,4 Milliarden Euro. „Hiermit wird den Risiken in der Bundesbankbilanz angemessen Rechnung getragen“, erklärte Weidmann.

Der endgültige Bundesbank-Gewinn aus 2013 soll Mitte März bekanntgegeben werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im bisherigen Etatplan für 2014 eine Überweisung aus dem Bundesbank-Gewinn von zwei Milliarden Euro unterstellt und für die Folgejahre dann jeweils 2,5 Milliarden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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