Gespräch mit EADS-Chefs
Merkel kritisiert Schuldzuweisungen an Airbus-Standorte

EADS hat einen harten Sanierungskurs angekündigt. Tausende Mitarbeter der Tochter Airbus fürchten auch in Deutschland um ihre Jobs. Auf ihrer Suche nach einer Lösung für die Krise traf Bundeskanzlerin Angela Merkel heute die beiden Co-Chefs des Luft- und Raumfahrtkonzerns. Dabei stellte sie vor allem eine Forderung.

HB BERLIN. Merkel sagte den EADS-Chefs Thomas Enders und Louis Gallois bei einem Gespräch in Berlin ihre persönliche Unterstützung bei der Lösung der Konzernprobleme zugesagt. „Die Bundeskanzlerin erklärte, sie werde EADS auch persönlich weiterhin im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten nachhaltig unterstützen“, teilte das Bundespresseamt nach dem Gespräch am Freitag mit. Die Regierung sei bei der Suche nach deutschen Investoren im Rahmen einer privatwirtschaftlichen Lösung bei EADS „auf gutem Wege“.

Damit solle ein klares Signal gesetzt werden, dass die Regierung an dem deutsch-französischen Gleichgewicht im Konzern festhalte. „Die Bundeskanzlerin erklärte ferner, sie sei bereit, jede wirtschaftlich sinnvolle Lösung mitzutragen, die zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sowie der Arbeitsplätze beiträgt.“ Die Belastungen bei EADS müssten fair auf die Standorte verteilt werden. Als „nicht akzeptabel“ wies Merkel vorzeitige Schuldzuweisungen an einzelne Airbus-Standorte wegen der Verzögerungen beim Bau des A380 zurück.

Daimler-Chrysler will seinen EADS-Anteil von 22,5 auf 15 Prozent senken. Deutschland pocht aber darauf, das deutsch-französische Gleichgewicht im EADS-Konzern beizubehalten, denn auf französischer Seite ist der Staat und die Lagardère-Gruppe mit 22,5 Prozent am Flugzeugbau- und Rüstungskonzern beteiligt. Deshalb soll das zum Verkauf stehende anteilige Paket von Daimler-Chrysler in hiesigen Händen bleiben. Vorrangig werden aber in den Gesprächen, die derzeit auch mit den Großbanken laufen, private Investoren gesucht.

Airbus war in den vergangenen Monaten in Turbulenzen geraten, weil sich die Auslieferung des neuen Großraumflugzeugs A380 verzögert. Belastungen in Milliardenhöhe sind die Folge. Die Krise hat auch die Sorge um Arbeitsplätze am Standort Hamburg aufkommen lassen, wo der A380 zum Teil produziert wird.

Enders und Gallois betonten der Mitteilung zufolge bei der Kanzlerin, der A380 werde von den Kunden weiterhin als technisch herausragendes und wettbewerbsfähiges Flugzeug angesehen. Die aufgetretenen Schwierigkeiten seien zu bewältigen.

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