Gesundheitspolitik
Koalitionspoker gegen laxere Krankschreibungen

Um die Hausärzte zu entlasten, haben Mediziner für eine Lockerung der Krankschreibungsregeln plädiert: Bis zu einer Woche sollen Arbeitnehmer sich selbst krank melden können. Aus Union und SPD kommt nun Widerstand.
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BerlinEine von Wissenschaftlern ins Gespräch gebrachte Lockerung der Regeln für Krankschreibungen ist bei führenden Politikern der Regierungskoalition auf Widerstand gestoßen.

„Es muss für Unternehmer die Möglichkeit geben, Krankschreibungen zu überprüfen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Bild-Zeitung vom Montag. Sonst sei ein Missbrauch nicht ausgeschlossen. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach verwies auf die Gefahr, dass Erkrankungen nicht frühzeitig behandelt würden. Gerade in einem frühen Stadium einer Erkrankung sei ein Arztbesuch sinnvoll.

Mediziner der Universität Magdeburg hatten dafür plädiert, die Regeln für die Krankschreibung von Beschäftigten zu lockern. Sie schlugen vor, dass Arbeitnehmer sich für bis zu einer Woche selbst krank melden können. Nach einer Studie der Forscher sind Krankschreibungen besonders häufig der Grund für kurzfristige Besuche beim Hausarzt. Eine Lockerung der Regeln würde die Hausärzte entlasten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gesundheitspolitik: Koalitionspoker gegen laxere Krankschreibungen"

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  • Das Ganze lässt sich einfach regeln:
    Unbegrenzte Krankmedung durch den Arbeitnehmer ohne ärztliche Bescheinigung, aber gleichzeitig keine Lohnfortzahlung mehr vom ersten Tag an. Diese Regelung sollte entsprechend für Beamte übernommen werden.

  • Aus dem Artikel gehen die tieferen Beweggründe, die zu dieser seltsamen Auffassung führen nicht hervor, die „Entlastung“ der Hausärzte halte ich für vorgeschoben.
    Die bisherige 3 Tage Regelung wird allgemein akzeptiert, vorausgesetzt, daß sie nicht mißbraucht wird. Wer also durch häufige 3-Tage Erkrankungen auffällt, muß damit rechnen, daß der Arbeitgeber zum Mitarbeitergespräch lädt und in Zukunft die ärztliche Krankschreibung am ersten Tag der Erkrankung fordert. Es liegt übrigens in seinem Ermessen dies zu fordern und hat mit der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu tun (§ 5 EntgFG).

    @ Günther Schemutat

    Im ÖD und in größeren Firmen ist die „Krankenüberwachung“ gang und gäbe. In kleineren mittelständischen Betrieben wird sich der Meister dieses Problems annehmen, sollte ein Mitarbeiter häufiger ausfallen.

  • Wieso die Politiker???

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