Gesundheitsstreit in der Union eskaliert
FDP schlägt sich auf die Seite der CSU

Der unionsinternen Streit um die Gesundheitsreform eskaliert. Die CSU bleibt nicht nur in der Sache hart. So lehnten ihre Spitzenvertreter gestern erneut eine Finanzierung des Sozialausgleichs beim CDU-Modell der Gesundheitsprämie über Steuern ab.

pt/rks/sig BERLIN. CSU-Vize Horst Seehofer beklagte sich erstmals öffentlich über den harschen Umgangston in der Union währen der vergangenen Wochen und griff einzene CDU-Politiker in einem Interview mit dem Magazin Stern direkt an – freilich ohne Namen zu nennen.

Zusätzliche Schärfe dürfte dadurch in die Debatte kommen, dass sich nun erstmals der wahrscheinliche Koalitionspartner bei einem Regierungswechsel 2006, die FDP, in die Debatte einmischte. Sie sprach sich wie die CSU gegen eine Finanzierung des sozialen Ausgleichs über Steuern aus. „Mit uns ist eine Mixtur aus Gesundheitsprämie und Bürgerzwangsversicherung nicht machbar, weil wir uns entschieden gegen wirtschaftshemmende Modelle stemmen werden", sagte FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper dem Handelsblatt. Der Union warf sie vor, dass das sie das Herzog-Konzept bis zur Unkenntlichkeit zerhobele. „Da fallen nicht nur Späne, da wird der grundlegende Ansatz zur Systemveränderung hinfällig, wenn es nun eine Kopfprämien-Kopfpauschale zur Finanzierung der Krankenversicherung geben soll," sagte Pieper.

Seehofer bezeichnete seine unionsinternen Gegner als „Feiglinge“ und „Schlafmützen aus der zweiten und dritten Reihe“. Er wisse jetzt. „was Mobbing bedeutet“. Seine Gegner in der CDU hätten ihn als „krank, psychisch gestört, machtgeil, nicht zurechnungsfähig“ diffamiert. Bei Gremiensitzungen hätten sie sich abgesprochen, um seinen Standpunkt nicht durchkommen zu lassen. Daher sei er den Sitzungen schließlich ferngeblieben.

Seite 1:

FDP schlägt sich auf die Seite der CSU

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%