Gewerkschaften: Lehrstellenpakt ist gescheitert
Die „Ausbildungsabgabe“ feiert Comeback

Bundesregierung und Wirtschaft haben eine positive Bilanz der Lehrstellen-Situtation gezogen. Verhältnismäßig wenige Jugendliche stünden noch ohne Ausbildungsplatz da. Doch die Gewerkschaften sprechen von geschönten Zahlen.

BERLIN. Verdi und IG Metall forderten eine zukünftige Bundesregierung auf, den 2003 geschlossenen Ausbildungspakt aufzukündigen und nicht ausbildende Betriebe stattdessen zur Zahlung einer Ausbildungsumlage zu verpflichte. Auch SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner sagte dem Handelsblatt, die offiziellen Zahlen verdeckten, dass die Lage auf dem Ausbildungsmarkt sich weiter verschlechtert habe. „Die Politik kann da nicht mehr lange tatenlos zusehen“, sagte Brandner. Eine Ausbildungsabgabe lehnte er jedoch ab. „Geldeinsammeln bei der Wirtschaft löst die Probleme nicht.“

Zuvor hatte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit den Pakt als Erfolg bewertet. Tatsächlich stellt sich die offizielle Ausbildungsstatistik am Ende des Berufsberatungsjahres 2005 etwas besser als im Vorjahr dar. So schrumpfte nach den Daten des Bundesagentur für Arbeit die rechnerische Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen um 2400 auf 28 300.

Mit 51 700 neuen Ausbildungsplätzen hat die Wirtschaft die Zusage, jährlich 30 000 neue Lehrstellen bereit zu stellen, deutlich übererfüllt. Auch die Zahl der angebotenen Einstiegsqualifizierungen lag mit 29 000 über der Zielmarke von 25 000. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun zeigte sich zuversichtlich, dass auch die bisher nicht vermittelten Bewerber noch bis zum Jahresende ein Angebot erhalten würden. Erstmals sank auch die Quote der nicht vermittelten Lehrstellenbewerber aus früheren Jahren von 57,2 auf 52,9 Prozent.

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