Gleichstellung
Union deutet Umdenken bei Homo-Ehe an

Die Union will offenbar ihren Widerstand gegen die Homo-Ehe aufgeben. Nach der Adoptionsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts müsse die Union beweglicher werden. Nur „wie wir das genau machen“ sei offen.
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BerlinNach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare zeichnet sich in der Union ein Kurswechsel ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Union müsse „in Sachen Gleichstellung beweglicher werden“.

Angesichts der klaren Tendenzen in der Karlsruher Rechtsprechung sollte die Union jetzt „möglichst rasch handeln“ und die „erforderliche verfassungsrechtliche Gleichstellung“ eingetragener Lebenspartnerschaften mit Ehepaaren auch umsetzen. „Wie wir das genau machen, prüfen wir jetzt innerhalb der Fraktion und dann in der Koalition.“

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Zeitung, sie begrüße es, „wenn sich die Union einer modernen Gesellschaftspolitik öffnet“. Ihr Ministerium habe einen fertigen Gesetzentwurf zum vollständigen Adoptionsrecht in der Schublade.

Dieser Entwurf stellt, als Reaktion auf das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Ehe und Lebenspartnerschaft im Adoptionsrecht vollkommen gleich. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, in allen möglichen Gesetzen Ehe und Homo-Ehe gleichzustellen. Die Wörter „Ehegatte/Ehegatten“ sollen jeweils durch „oder Lebenspartner“ ergänzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bislang im Einklang mit der Mehrheit ihrer Partei gegen eine steuerliche Gleichstellung homosexueller Paare mit verheirateten Männern und Frauen gestellt. Zuvor war die Partei bereits bei der Atomkraft und der Wehrpflicht von alten Grundüberzeugungen abgerückt.

Sollte die Unionsfraktion sich tatsächlich zu dem Kurswechsel durchringen, wäre der Weg zur völligen Gleichstellung der Homo-Ehe frei. Diese fehlt vor allem noch beim Ehegattensplitting und beim Adoptionsrecht. Sowohl die Oppositionsfraktionen als auch der Koalitionspartner FDP fordern schon seit Langem eine Gleichbehandlung.

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  • Es sind Ablenkungsmanöver von den wichtigen Themen vor der Bundestagswahl. Minderheiten sollte man eben nicht für so wichtig halten. Schlimmer sind die Themen: Energiepreise, Ausverkauf an EU-Pleiteländer, EU-Diktatur ohne Bürgerwillen, die eigene Staatsverschuldung, der Rentnerbetrug und die netto sinkenden Einkommen, dazu die massive Entwertung auch der kleinen Vermögen und Rücklagen. Wer sich dazu seine Gedanken macht, kann keine der Altparteien mehr wählen, wobei die Alternativen fehlen. Armes Deutschland und dein politischer Einheitsbrei!!!

  • @Sarina: Ich verstehe Ihren Kommentar, bin aber nicht homosexuell. Meine Absicht war auch nicht, Harlemjump nach dem Munde zu reden, sondern ironisch mit Widersprüchen der Queer-Logik zu konfrontieren, also gerade das Gegenteil. Es hat mich ja geradezu geärgert, dass eine wahrscheinlich homosexuelle Person wie Harlemjump Andersdenkende homo-elitär als "dumm" bezeichnet.

    Was die Intelligenzfrage angeht: Ohne Gutmensch zu sein, bin ich froh, dass die Hirnforschung heute nicht mehr viel von genetischen Prädispositionen hält. Das heißt nicht, alle seien gleich, sondern: ALLE könnten mit einem hirnkompatiblen Bildungssystem VIEL MEHR. Als Entrepreneur, der Wohlstand nicht verachtet, gefällt mir diese frohe Botschaft aus der Wissenschaft sehr!

  • @Harlemjump: Ich nehme an, Sie bezeichnen diejenigen als "Dumme" (10:52 Uhr), die nicht nur heterosexuell sind (schon schlimm genug), sondern auch noch ablehnend gegenüber Homosexualität eingestellt, also "homophob" sind. Was aber, und die Studien gibt es, wenn auch "Homophobie" genetisch bedingt ist? Die Evolutionlogik dahinter wäre einfach: Eltern, die ihre Kinder "homophob" und "heterophil" erzogen, sicherten mit höherer Wahrscheinlichkeit den Fortbestand ihrer Gene in Enkel und Urenkel usw. Dann müssten für "Homophobe" die gleichen Rechte gelten wie für "Queers". Wie wär´s mit einem begrüßten Coming Out, mit Pride-Paraden und politischer Lobby für "Homophobe"?

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