„Goldener Handschlag“
Eine Milliarde für Bundeswehr-Personalumbau

Gut eine Milliarde soll der Personalumbau der Bundeswehr kosten. Der Bundeswehrverband begrüßt die Pläne von Minister de Maizière. Kritik gab es von den Grünen.
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BerlinDer Personalabbau der Bundeswehr auf maximal 185.000 Mann soll nach Vorstellung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière bis 2017 abgeschlossen sein. Dafür soll ein Maßnahmenpaket sorgen, das der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin vorstellte. Vorgesehen ist neben steuerfreien Einmalzahlungen von 5.000 Euro pro Dienstjahr auch ein „goldener Handschlag“ für Soldaten ab dem 50. Lebensjahr, wenn sie früher als geplant die Streitkräfte freiwillig verlassen. Während der Bundeswehrverband den Vorstoß begrüßte, forderten die Grünen ein generelles Nachdenken über bewaffnete Auslandseinsätze.

Voraussetzung für ein vorzeitiges Ausscheiden ist die Zustimmung des Dienstherren. Damit soll verhindert werden, dass Hochqualifizierte die Bundeswehr vorzeitig verlassen, machte de Maizière deutlich. Im Gegenteil: Bei Mangelberufen will das Verteidigungsministerium zusätzliche Prämien zahlen, um mit der Privatwirtschaft konkurrenzfähig zu sein. Diese können durchaus mehrere Zehntausend Euro pro Person umfassen, hieß es.

Personalabbau mit Augenmaß

Die Bundeswehr mit derzeit knapp 200.000 aktiven Soldaten soll auf 170.000 Zeit- und Berufssoldaten sowie bis zu 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende schrumpfen. Hinzu kommen 55.000 Zivilangestellte. Diese Reduzierung soll vor allem durch geringere Neueinstellungen erreicht werden. Dennoch wird mit etwa 9.200 Berufssoldaten gerechnet, die bis 2017 die Bundeswehr verlassen müssen. Hinzu kommen 3.000 Beamte. Für diese Fälle sind zusätzliche Anreize zum vorzeitigen Ausstieg geplant.

Der Minister betonte, es gehe um weniger Stäbe und mehr einsatzfähige Verbände. Das heiße eben nicht primär Personalabbau, sondern sollte als „Dreiklang aus Aufbau, Umbau und Abbau“ begriffen werden. Bis Jahresende solle jeder Soldat, der nicht mehr benötigt werde, wissen, wie es mit ihm weitergeht. Schließlich würden künftig mehr längerdienende Mannschaftsdienstgrade, aber weniger Stabssoldaten gebraucht. Über die künftige Zahl der Generäle machte er keine Angaben.

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  • Wie bei jeder sogenannten Reform der Bundeswehr immer wieder schön zu beobachten ist wiederholt sich die Geschichte. Dienstorte schließen, Personalabbau, irgendwie geartete Umstrukturierungen. Wurden aber irgendwann einmal kostspielige politische Fehlentscheidungen rückgängig gemacht? Fehlanzeige! Warum auch, schließlich machen Politiker keine Fehler! Ausbaden müssen das mal wieder die Mittarbeiter. Soldaten wie Zivilisten. Aber interessiert das irgendjemanden? Nicht wirklich.

  • Macht man das jetzt, weil man weiß, dass es bald keine Hochqualifizierten mehr bei der BW geben wird?
    Die BW wird zur reinen Unterschicht-Armee.
    Arbeitsämter raten ja schon den Schulabbrechern und nicht Vermittelbaren sich bei der BW zu melden.
    Demnächst rekrutiert man dann die Soldaten in den Gefängnissen, ist in USA udn auch England längst üblich.
    Im Moment ist es so, dass jüngere Offiziere und auch Mannschaftsdienstgrade die schon lange dabei sind, die BW verlassen, weil sie weil sie ein Söldner-Untenschichtenheer nicht wollen

  • 55.000 Ziviangestellte? Momentan sind es ca 103.000 die meisten Angestellten wird man nicht mehr los ( ü 40 siehe TVöD)...

    Bis 2017 oder anders gesagt: Nie

    Bis jetzt wurde keine Reform abgeschlossen. In 5 Jahren kommt die Nächste. Die Bundeswehr ist durch die politischen Vorgaben ein Reformflickenteppich. Ausbaden dürfen das die Angestellten und die Soldaten.

    Sehen Sie sich Afghanistan an: Haben sich 42 Tote im aktiven Dienst und ca 100 Suizidfälle im Privatleben gelohnt? ist das Land sicherer?

    Die Bw sollte bei Frontext eingegliedert werden und das EU Gebiet schützen. Kein Blut für die USA mehr!

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