Griechenland-Krise
„Wer die Spielregeln nicht einhält, fliegt raus aus dem Euro“

Die Griechen-Pleite ist kein Tabu mehr: CSU und FDP reden einem Bankrott offen das Wort. Den Christdemokraten geht das noch nicht weit genug: Sie denken laut über die radikale Lösung der Schuldenkrise nach.
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Berlin/MünchenCSU und FDP stehen nicht im Verdacht, sich sonderlich zu mögen. Doch in der Euro-Krise entdecken die beiden Parteien immer mehr ein gemeinsames Thema: Kritik an den Euro-Schuldensündern. Die CSU setzt nun in der Debatte um die Zukunft der Gemeinschaftswährung einen neuen Punkt: Sie will chronische Schuldensünder aus der Euro-Zone ausschließen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Parteivorstand am Montag in München.

„Euro-Staaten, die sich nicht an die gemeinsamen Regeln der Haushaltsdisziplin halten und dadurch sich und die Währungsunion in Schwierigkeiten bringen, müssen damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen“, heißt es in einem Leitantrag für den CSU-Parteitag Anfang Oktober, den der Vorstand einstimmig billigte. Die betreffenden Länder „sollen allerdings als EU-Staaten Hilfe bei der finanziellen Restrukturierung erhalten“.

Allerdings stellten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt klar, dass sie die Forderung nach einem Zwangsausschluss eines Landes aus der Euro-Zone im Falle fehlenden Sparwillens für unrealistisch halten.

Die CSU stellt sich damit im Richtungsstreit in der Koalition an die Seite der FDP - und gegen ihre eigene Schwesterpartei. Denn CDU-Kanzlerin Merkel will die Griechen um jeden Preis in der Eurozone halten. Vizekanzler Rösler hingegen hatte am Wochenende in einem Gastbeitrag für „Die Welt“ vor Denkverboten bei der Euro-Stabilisierung gewarnt und eine Insolvenz des Landes ins Gespräch gebracht. Die FDP-Spitze hat sich nach Worten von Generalsekretär Christian Lindner „einmütig“ hinter diesen Kurs gestellt. Und auch Seehofer hatte Rösler den Rücken gestärkt: „Ich bin froh, dass jetzt in den letzten Tagen diese Gedanken auch ausgesprochen wurden“, sagte Seehofer.

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  • Wer die Spielregeln nicht einhält, fliegt raus aus dem Euro

    Bevor die jemand rauswerfen, haben die mal nachgefragt, ob die das überhaupt dürfen?
    Nachgefragt bei Bilderbergern, Rothschilds, Goldmans ...

  • Wer die Spielregeln nicht einhält, fliegt raus aus dem Euro

    Wer alles hat bisher schon die Spielregeln nicht eingehalten?
    Und??

    Aber demnächst, da greifen wir durch! Dann wirklich!

    Alles leeres Schauspiel-Demokratie - Spektakel.
    damit der Michel glaubt, die da oben, die tun was für uns - und weiter ohne zu murren diesen Saftladen EUdSSR finanziert.

  • ob griechenland die EU verlässt, oder ob sie mit zuschüssen über wasser gehalten wird, in beiden fällen werden wir steuerzahler heftig bluten. ich plädiere für einen schnellen ausschluss. sollen ein paar banken pleite gehen, wir haben eh zu viele. dann wissen die banken auch gleich, dass sie nicht immer von uns steuerzahlern aufgefangen werden. und den griechen trau ich keinen deut übern weg. die haben uns immer beschissen und werden es auch weiterhin tun. jemand, der mich betrügt, der hat sein vertrauen verspielt, dem leih ich doch kein geld!

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