Griechenland & Co
Ökonom lobt Fachkräfte-Abwerbung aus Pleiteländern

Dass der Fachkräfteengpass in Deutschland vor allem mit der Zuwanderung aus Krisenländern aufgefangen werden soll, sorgt für Unmut. Experten halten den Schritt dagegen für vernünftig.
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DüsseldorfDer Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, hat die Initiative der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Abwerbung ausländischer Fachkräfte aus Krisenländern begrüßt. „Es ist ja gerade der Sinn des einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes, dass wir zum wirtschaftlichen Vorteil aller die wirtschaftlichen Ressourcen gemeinsam nutzen“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. „Die nötige Flexibilität des Euroraumes, der durch die gemeinsame Währung eingeschränkt wurde, sollte durch eine höhere Flexibilität der Arbeitskräfte ausgeglichen werden. Es handelt sich also nur um eine vernünftige Umsetzung der Konstruktionsprinzipien des gemeinsamen Wirtschaftsraumes.“

Wie Zimmermann sagte, geht es insbesondere um Fachkräfte wie Ingenieure, Informatiker, Mediziner und weitere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, die in ihren Ländern derzeit keine Berufsperspektiven sähen, aber in Deutschland sehr gesucht seien. „Diesen jungen Eliten helfen wir nicht, wenn sie zuhause arbeitslos bleiben“, betonte der Wirtschaftsprofessor an der Universität Bonn unter Hinweis auf Zahlen des Europäischen Statistikamts Eurostat. Demnach sind mehr als 40 Prozent der jungen Spanier erwerbslos, was der schlechteste Wert in Europa sei. In Portugal seien rund 14.000 arbeitslose Ingenieure gemeldet. In Griechenland hätten Hunderte junger Ärzte keinen Job.

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland setzt die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf qualifizierte Zuwanderer aus den europäischen Krisenländern. „Es gibt ein großes Potenzial in Spanien“, sagte die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung, Monika Varnhagen, der Zeitung „Die Welt“. Tausende von Ingenieuren seien dort arbeitslos, auch IT-Spezialisten.

Nach ihren Angaben sind allein 17.000 Spanier grundsätzlich an einer Arbeit in Deutschland interessiert. In Portugal gebe es ein großes Interesse von Pflegekräften, nach Deutschland zu kommen. Auch für griechische Mediziner sei Deutschland interessant. Potenzial für Ingenieure, Ärzte, Pflegepersonal und Facharbeiter gebe es aber auch in Bulgarien und Kroatien.

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Kommentare zu " Griechenland & Co: Ökonom lobt Fachkräfte-Abwerbung aus Pleiteländern"

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  • Ihre Forderung ist ja nett, ich teile sie ja auch. Aber das ist nicht gewollt.
    Nicht umsonst hat man unsere gute Uni-Bildung platt gemacht und einen dümmlichen Bachelor installiert, der allenfalls Halbgebildete hervor bringt.
    Die Schulen werden immer schlechter und Schulabgänger werden gar nicht mehr eingestellt, wenn sie eine Lehrstelle suchen
    Das hat Gründe. Schließlich muß der Hartz IV-Nachschub stimmen. Die werden dann gezwungen zu kriminellen Leihfirmen zu gehen wo sie für Billigstlohn an die Firmen verliehen werden. Denn nur mit Billigskräften kann man ja verdienen.
    Der Satz Deutschland habe die Krise bestens überstanden, ist doch an Zynismus nicht zu toppen. Ja klar, mit Billigslöhnern und Zwangsarbeitern.
    Wir sind nur noch ein ekelhaftes Land
    Aber all das ist gewollt, denn schließlich ist Deutschland schlecht und die Grünen wollen uns ohnehin ausrotten. Also wozu noch ausbilden?

  • Also das müssen Sie so sehen:
    unsre Betriebe gingen nach China, da kann man so herrlich billig produzieren und die Leute ausbeuten.
    Ebenso im sonstigen indonesischen Raum, wo vielfach unsere Designer-Klamotten gefertigt werden. Da nüssen die Frauen für einen Hungerlohn 12 - 14 Std. tgl. nähen und der Unternehmer freut sich, denn hier kann er sie teuerst verkaufen. Der Gewinn in dieser Branche liegt bei ca. 300%
    In Spanien oder Portugal müßten unsere gierigen Unternehmen ja normale Löhne zahlen und das geht ja nun gar nicht, das können wir ihnen doch nicht zumuten.
    Und ihre Frage nach Planwirtschaft können sie sich auch beantworten mit einem klaren ja.
    Wir haben längst Planwirtschaft und es gibt wohl auch kaum noch ein Unternehmen, was nicht Subventionen abgreift. Also der Steuerzahler finanziert z. T. die Wirtschaft.
    Ist doch schön, oder?
    Und Merkel macht es ja noch perfekter. Sie aht der Autobranche nun schon befohlen bis 2022 die Anzahlk X an Elektroautos zu bauen, auch dafür gibt es Geld vonm Staat.
    Eigentlich fehlen nur noch die 5-Jahrespläne
    Aber ich sags ja immer, so lange die Deutschen das mitmachen, funktioniert es doch

  • Vollste Zustimmung. Denn nach einer schwachen Phase werden die Fachkräfte in hren eigenen Ländern gebraucht.
    Was Deutschland hier unter Rot-Grün eingeleitet hat, nämlich eine riesige neue Völkerwanderung schadet nicht nur den Ländern aus denen die Leute kommen, sondern auch uns.
    Man denke nur an Schröders IT-Inder. Viele waren schon nach einem halben Jahr wieder arbeislos und setzten sich dann hier in die Sozialhilfe. Denn Verträge, die festlegten, dass im Falle von Arbeitslosigkeit das Land wieder verlassen muß, wurden ja nicht gemacht.
    Wann wird eigentlich mal begriffen, dass unsre eigenen Politiker und solche "Experten" wie dieser Zimmermann unsrem Land mehr und mehr schaden?
    Man stelle sich mal vor, nach 45 wären hieer alle Fachkräfte weg gegangen. Dann säßen wir wohl hetue noch zwischen Trümmern

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