Grünen-Parteitag
Roth und Bütikofer bleiben trotz Stimmverlust

Die Grünen haben auf ihrem Parteitag in Köln das Führungsduo Claudia Roth und Reinhard Bütikofer bestätigt. Allerdings verpassten sie beiden Kandidaten einen deutlichen Dämpfer: Sowohl Roth als aus Bütikofer verloren deutlich an Zustimmung.

HB KÖLN. Die Grünen haben ihrer Parteispitze ein Jahr nach dem Gang in die Opposition einen deutlichen Dämpfer verpasst. Die Vorsitzende Claudia Roth erhielt auf dem Parteitag in Köln am Samstag 66,5 Prozent der Stimmen. 2004 waren es noch 77,9 Prozent. Co-Parteichef Reinhard Bütikofer kam auf 71,8 Prozent - vor zwei Jahren waren es 85,1 Prozent. Den von der Parteispitze eingeschlagenen Profilierungs-Kurs durch radikalen Klimaschutz ging die Basis in einer engagierten Debatte mit.

Für Roth sprachen sich 472 Delegierte aus. 167 stimmten mit Nein, 71 enthielten sich. Bütikofer kam auf 517 Ja-Stimmen. 142 Delegierte votierten gegen ihn, 61 enthielten sich.

Bereits am Vortag hatte das Duo mit seinem Vorschlag für ein neues Parteilogo eine Schlappe erlitten. Das moderner erscheinende Emblem erhielt keine klare Mehrheit und wurde zurückgezogen. Mehrere Delegierte hatten dem Vorstand mangelnde Basiseinbindung vorgeworfen.

Das Spitzenduo Claudia Roth und Reinhard Bütikofer führt die Grünen gemeinsam bereits seit zwei Jahren. Nach der schwierigen Endphase der rot-grünen Regierung waren beide prägend mitverantwortlich für den Oppositionskurs ihrer Partei. Dabei hat die inhaltliche Neubestimmung Priorität vor Bündnisfragen.

Claudia Roth - Links, emotional und kämpferisch für Menschenrechte Im Europaparlament, im Bundestag, als Menschenrechtsbeauftragte und Parteichefin setzte sich die Parteilinke Roth (51) mit viel Emotion und Engagement vor allem für Bürger- und Menschenrechte ein. Die gebürtige Ulmerin wurde zuerst Theaterdramaturgin, dann Managerin der linken Rock-Band „Ton, Steine, Scherben“. 1985 kam sie als Pressesprecherin zur Grünen-Bundestagsfraktion. Nach ihrer ersten Wahl an die Parteispitze 2001 musste Roth ihr mittlerweile errungenes Bundestagsmandat aufgeben, weil noch die strikte Trennung von Amt und Mandat galt. Nach ihrer erneuten Wahl ins Parlament im Jahr 2002 durfte sie nicht mehr für die Parteispitze kandidieren, an die sie erst 2004 zurückkehrte. Ihre außenpolitische Leidenschaft gilt der Türkei.

Reinhard Bütolpfer - Realo und Stratege mit Hang zu Wirtschaftsthemen Vor vier Jahren wurde Bütikofer (53) als Überraschungssieger an die Parteispitze gewählt, nachdem dem damaligen erfolgreichen Spitzenduo Roth/Fritz Kuhn die neuerliche Kandidatur aus formalen Gründen verweigert worden war. Der als Verlegenheitskandidat gestartete Realo erarbeitete sich rasch Anerkennung als strategischer Kopf und mit Wirtschaftsthemen. Der gebürtige Mannheimer hat Philosophie, Geschichte und Sinologie studiert. Von 1984 an engagierte sich der Freund ausgefeilter Formulierungen und ironischer Pointen in der baden-württembergischen Kommunal- und Landespolitik. Seine Laufbahn unterbrach der Vater dreier Kinder 1996 für ein Familienjahr. 1998 wurde er für vier Jahre Bundesgeschäftsführer seiner Partei.

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