Grund zur Klage
Jeder Bayer zahlte 163 Euro in den Länderfinanzausgleich

Die Bayern zahlten im ersten Halbjahr noch mehr in den Länderfinanzausgleich ein. Die neuen Zahlen scheinen dem Vorhaben der bayerischen Landesregierung recht zu geben, gegen den Finanzausgleich zu klagen.
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DüsseldorfJeder Bayer hat im ersten Halbjahr 163 Euro in den Länderfinanzausgleich eingezahlt. Der Freistaat habe damit das bislang finanzkräftigste Land Hessen weit hinter sich gelassen, erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) unter Verweis auf Länderkreisen.

So zahlte Hessen pro Einwohner lediglich 116 Euro in das föderale Umverteilungssystem im ersten Halbjahr dieses Jahres ein, jeder Baden-Württemberger 93 Euro und jeder Hamburger 48 Euro. Erstmals seit 2009 gesellte sich NRW wieder zur Riege der Nettozahler, wenn auch der Beitrag mit 30 Millionen Euro, gemessen am Gesamtvolumen von 3,9 Milliarden Euro, sehr bescheiden war.

Die neuen Zahlen scheinen auf den ersten Blick der bayerischen Landesregierung in ihrem Vorhaben recht zu geben, gegen den Länderfinanzausgleich vor dem Bundesverfassungsgericht klagen zu wollen. Zahlte Bayern 2011 noch gut 50 Prozent des gesamten Umverteilungsvolumens, waren es im ersten Halbjahr 2012 bereits fast 53 Prozent. Nach Ansicht das bayerischen Landesregierung ist ihr Anteil an den Einzahlungen zu hoch.

Kommentare zu " Grund zur Klage: Jeder Bayer zahlte 163 Euro in den Länderfinanzausgleich"

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  • Warum gehts denen in USA (unterer süddeutscher Abschnitt) so gut?

    Sie haben Glück, dass sie besseres Wetter und schöne Berge haben und wir aus den Nehmerländern bei denen Urlaub machen. Meine 5 Wohnmobile kommen auch von USA. Tomputer ebenfalls. Der aus BW ist vernünftiger, der hat auch nicht die Milllllliaden mit der Hypo-Alpe oder so ählich verbrochen.

    Also, die aus USA geben uns lediglich einen Teil unseres Geldes zurück. Wenn wir PCs und Wohnklos usw. im Münsterland kaufen, die Berge versinken und das Wetter schlechter wird, wird Bayern zum Nehmerland.

    Nicht richtig ist, dass in einem Land z. B. Kindergärten gratis sind und in einem Geberland die Bürger zahlen müssen. Also weg mit den Bundesländern, dann verschwinden die Pöstchen, das spart (will die Politik nicht wirklich)und wir hätten im schönen Deutschland ein einheitliches Recht.

    Schönen Abend wünscht

    Peter

  • Ich kann die Bayern ja verstehen und bin als Nordrhein-
    Westfale bereit einem Bayern auf dem Oktoberfest ein Maß
    zu spendieren.Wenn das jeder Nordrhein-Westfale macht,sind
    wir gegenüber Bayern wieder im Plus.
    Dr.Ingo Ossendorff

  • Bayern ist seit Jahren innerdeutsches Zuwandererland Nummer 1. Sprich, gut ausgebildete Arbeitnehmer aus ganz Deutschland verlegen ihren Wohnsitz nach Bayern, um dort zu arbeiten und um damit für entsprechende Steuereinnahmen zu sorgen.

    Bayern profitiert also extrem von den anderen Bundesländern, denn diese haben die gute Ausbildung derjenigen finanziert. Dies betrifft gerade die neuen Bundesländer. Dort werden die Kinder von kleinauf in Kindergrippen und Kindergärten auf die Schule vorbereitet, was sich dann auch in den guten Ausbildungen niederschlägt.

    Und Bayern? Kaum Kindergartenplätze, geschweige denn Krippenplätze, Schülerklassen mit mehr als 30 Schülern, Lehrermangel an allen Ecken und Enden und ein Schmankerl zum Schluss:
    "Wie vorher schon von Eltern, Schülern und Lehrern vermutet, waren die meisten Schüler
    nicht genügend auf das Abitur vorbereitet. Denn erst in letzter Sekunde setzte der
    Kultusminister Bayerns, Dr. Ludwig Spaenle, die Prüfungsanforderungen herunter, damit aus
    vielen „nicht bestanden“ doch noch einige „bestanden“ wurden."

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