Hamburger FDP-Landeschefin
Sylvia Canel erklärt Rück- und Austritt

Die Hamburger FDP-Landeschefin Canel hat ihren Rück- und Austritt erklärt. Allerdings sei ihr Ausstieg keine Flucht, sondern ein Neuanfang. Canel will gemeinsam mit Najib Karim eine neue Partei gründen.
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HamburgDie Hamburger FDP-Vorsitzende Sylvia Canel hat mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt vom Landesvorsitz und ihren Parteiaustritt erklärt. Das teilten die Liberalen am Montagabend nach einer Vorstandssitzung mit. Kommissarisch soll Dieter Lohberger, bisher einer von Canels Stellvertretern, die Hamburger FDP führen. „Mit großem Bedauern nehmen wir diesen Schritt zur Kenntnis und danken Frau Canel für die geleistete Arbeit“, erklärte Lohberger. Im November soll auf einem Parteitag über die Nachfolge entschieden werden.

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt kündigte Canel an, dass sie sich der Gruppe ehemaliger FDP-Politiker um ihren ehemaligen Stellvertreter Najib Karim anschließen werde, die Ende September eine neue liberale Partei gründen wolle.

Im Gespräch mit dem Abendblatt zeigte sich Canel enttäuscht von der Entwicklung der FDP. "Soziale Kompetenz und Empathie sind verloren gegangen", so Canel. Sie kritisierte im Interview den Bundesvorsitzenden Christian Lindner, der als Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen erst vor wenigen Tagen die Abschaffung des Sozialtickets für Hartz-IV-Empfänger zugunsten des Straßenbaus gefordert hatte. "Liberalismus hat nichts mit Einkommen zu tun, sondern mit Würde", so Canel. Ein weiterer Kritikpunkt seien die Strukturen in der FDP. So habe sie etwa versucht, das Delegiertensystem abzuschaffen, konnte sich aber auf dem Bundesparteitag damit nicht durchsetzen.

Ob die noch zu gründende Partei bei der Bürgerschaftswahl am 15. Februar antritt, ließ Canel im Gespräch mit dem Abendblatt offen. "Es wird sich zeigen, wie der Zulauf ist." Derzeit sind es gut 35 Liberale, die sich um Karim und Biallas zusammengefunden haben. Ihr Rücktritt sei keine Flucht, sondern ein Neuanfang.

Sylvia Canel war zwölf Jahre Mitglied der FDP und von 2009 bis 2013 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Seit rund zwei Jahren war sie Landeschefin der Elbliberalen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die FDP hat Flasche leer. Eine neue wird nicht gebraucht. Die hätte sowieso keine Chance.

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