Handelsblatt-Umfrage
Schwarz-Gelb geht die Puste aus

Angela Merkels Traum von einem Regierungsbündnis aus Union und FDP könnte platzen. Eine Handelsblatt-Umfrage deutet darauf hin, dass sich die Stimmung wenige Tage vor der Bundestagswahl dreht. Die linken Parteien schaffen es demnach besser, ihre Wähler zu mobilisieren. Auch andere Befragungen ergeben, dass die Bürger offenbar den Glauben an Schwarz-Gelb verloren haben.

BERLIN. Die Umfragen der Institute Forsa, Info GmbH und Allensbach deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und FDP auf der einen Seite sowie SPD, Linkspartei und Grünen auf der anderen hin. Wie bei der Wahl 2005 verlieren Union und FDP demnach auf den letzten Metern Stimmen und erreichen zusammen nur noch 46 Prozent (Info GmbH). Das würde auch unter Einrechnung der erwarteten Überhangmandate nicht mehr für eine bürgerliche Parlamentsmehrheit reichen. Diese steht nach internen Berechnungen erst ab 47 Prozent.

Die Union rutscht danach auf 34 Prozent ab, die FDP auf zwölf Prozent. Das ist der schwächste Wert für das konservativ-liberale Lager seit Beginn der heißen Wahlkampfphase Anfang Juli. Damit scheint sich die Entwicklung von 2005 zu wiederholen, als der sicher geglaubte Vorsprung von Union und FDP in den letzten Tagen vor dem Urnengang verlorenging.

Der aktuelle Abwärtstrend von Schwarz-Gelb geht aus einer bundesweiten Umfrage unter 1 513 Befragten hervor, die das unabhängige Berliner Meinungsforschungsinstitut Info GmbH im Auftrag des Handelsblatts erstellt hat. Befragungszeitraum war die Woche nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier am 13. September.

Die SPD kann sich nach der Umfrage auf 27 Prozent verbessern, die Linken erreichen zwölf, die Grünen zehn und sonstige Parteien zusammen fünf Prozent.

Dem Wahltrend von „Stern“ und RTL zufolge liegen Union und FDP in der Wählergunst wenige Tage vor der Bundestagswahl mit zusammen 48 Prozent so knapp wie nie zuvor in diesem Jahr vor SPD, Grünen und Linkspartei (insgesamt 47 Prozent). Noch im Februar hatte das linke Lager in der entsprechenden Forsa-Umfrage acht Punkte zurückgelegen. Dennoch könnte es dem Institut zufolge mit Überhangmandaten eine Mehrheit für Union und FDP geben.

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