Haushaltsloch
VdK kündigt Massenproteste gegen Rentenkürzungen an

Rentner müssen sich unter Schwarz-Rot offenbar nicht nur auf Nullrunden, sondern auch auf weitere Kürzungen einstellen. Laut Sozialverband VdK beraten Union und SPD bereits über eine Senkung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung sowie über eine Anhebung des Krankenversicherungsbeitrags für die Senioren.

HB BERLIN. Eine Kürzung des Bundeszuschusses würde faktisch eine Kürzung der laufenden Renten bedeuten, sagte VdK-Präsident Walter Hirrlinger der „Neuen Presse“. Sollte die große Koalition diese „Kürzungsarie“ durchsetzen, werde es zu massiven Protesten der Rentner kommen. Der designierten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) riet Hirrlinger, Senioren von „überdimensionalen“ Kürzungen zu verschonen. „Ich kann nur sagen: Hände weg von den Renten.“

Merkel hatte zuvor erklärt, dass eine weitere Nullrunde 2006 wahrscheinlich sei. Das Bundessozialministerium hält es für wahrscheinlich, dass die Rentenversicherung zur Auszahlung der laufenden Renten im November erstmals ein Darlehen des Bundes braucht. Das „Handelsblatt“ bezifferte das Kreditvolumen auf 600 Millionen Euro. Der Rentenexperte Reinhard Miegel erwartet unterdessen Renten-Nullrunden auch für die kommenden Jahre. Miegel sprach sich laut „Westdeutscher Allgemeine Zeitung“ sogar für Minusrunden aus, um Beitragserhöhungen zu vermeiden.

„Das Rentenniveau ist nicht zu halten“, wurde der Leiter des Bonner Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft zitiert. Ein Kaufkraftverlust der Rentner von „etwa zehn Prozent in den kommenden vier, fünf Jahren“ sei unausweichlich. Wer mehr haben wolle, müsse vorsorgen.

Grünen-Chefin Claudia Roth warnte in der „Sächsischen Zeitung“ zudem vor einer Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters. „Das verschiebt das Problem zu Lasten der Schwächeren.“ Merkel hatte sich dafür ausgesprochen, für die Zeit nach 2010 eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit über das 65. Lebensjahr hinaus in den Blick zu nehmen. D er Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, schloss sich dieser Forderung in der „Welt“ an: „Die große Koalition hat die Chance, dieses schwierige Thema anzugehen und das faktische sowie das gesetzliche Renten- Eintrittsalter anzuheben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%