Hohe Strafzahlungen für SPD und Gewerkschaften im Falle einer Ausbildungsumlage
Gewerkschaften bieten selbst zu wenig Ausbildungsplätze

Die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe würde die Gewerkschaften und die SPD teuer zu stehen kommen: Das Lehrstellenangebot liegt weit unter der von Regierung und Gewerkschaft geforderten Quote.

HB BERLIN. Die deutschen Gewerkschaften müssen hohe Strafzahlungen leisten, sollte die Ausbildungsplatzabgabe Realität werden. Wie der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, am Freitag einräumte, müsste allein seine Organisation 100.000 Euro in den Ausbildungstopf zahlen.

So bot beispielsweise die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di im vergangenen Jahr lediglich zwölf Ausbildungsplätze an. Das entspricht bei 4100 Beschäftigtenzahl einer Quote von 0,29 Prozent. Das berechnete der DGB. Mit 266 Mitarbeitern und drei Lehrstellen erreichte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Quote von 1,13 Prozent. Bei der IG Metall lag sie dagegen bei 2,15 Prozent. Damit belegte die Arbeitnehmervertretung mit ihren Ausbildungsangebot den ersten Rang unter den Organisationen.

Auch die SPD bietet zu wenig Ausbildungsplätze an. In den SPD-geführten Unternehmen betrage die Quote lediglich 3,6 Prozent, berichtete die ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» am Freitag. Die Bundesregierung fordert jedoch von der Wirtschaft eine Ausbildungsquote von sieben Prozent. Um keine Ausbildungsplatzabgabe zu zahlen, müsste die SPD die Zahl ihrer Lehrstellen verdoppeln, hieß es weiter.

In der Auseinandersetzung um die geplante Ausbildungsumlage hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Freitag angekündigt, die Umsetzung des von ihm vorgeschlagenen Ausbildungspaktes in der kommenden Woche zu starten. Die Gewerkschaften lehnen den Ausbildungspakt allerdings ab: “Wir bestehen auf einer gesetzlichen Regelung“, sagte IG Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis dem «Tagesspiegel» vom Freitag.

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