Im Profil: Klaus Schüler
Merkels Antreiber im Endspurt

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bühne betritt, ist seine Arbeit längst getan. Klaus Schüler, Bundesgeschäftsführer der CDU und Wahlkampfmanager, soll hinter den Kulissen dafür sorgen, dass Angela Merkel als Siegerin aus dem Bundestagswahlkampf hervorgeht. Nun läutet Schüler die heiße Phase des Wahlkampfs ein.

HB. "Keine größeren Überraschungen bis jetzt" - wenn Klaus Schüler über den Bundestagswahlkampf redet, klingt es, als sei vor ein paar Monaten ein Zug aufs Gleis gesetzt worden, der vor der Ankunft im Bahnhof noch einmal Fahrt aufnimmt. Natürlich behauptet er nicht, dass die Wahl bereits für die CDU gewonnen ist. "Wir sind immer davon ausgegangen, dass es ein knappes Rennen werden wird."

Klaus Schüler ist der Mann, der dafür sorgen soll, dass Angela Merkel aus dem Rennen als Siegerin hervorgeht. Der 52-Jährige ist Bundesgeschäftsführer der CDU und damit Merkels Wahlkampfmanager. Wann immer Angela Merkel in diesen Tagen eine Bühne betritt, schaut der unauffällige Herr mit dem weißen Schnauzbart genau hin - bei großen Terminen, wie dem offiziellen Wahlkampfauftakt gestern, ist er dabei. Wenn Merkel redet, ist Schülers Arbeit längst getan. "Was die Öffentlichkeit von der Arbeit eines Kampagnenmanagers mitbekommt, sind höchstens die sprichwörtlichen zehn Prozent an der Spitze des Eisbergs", sagt er. "Wichtig ist allein, dass das Ergebnis der Planungen und Vorbereitungen, das heißt die Kampagne selbst, die Menschen erreicht und überzeugt."

Auf 120 Mitarbeiter wächst die Mannschaft im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale in Berlin, in Wahlkampfzeiten an. Dazu kommen Freiwillige, die sich für Merkel im "Team Deutschland" engagieren. Sie betreuen auch das Internet - ein Kampagnenbaustein, den Schüler zwar "unverzichtbar" nennt, aber auch nicht überschätzen will. 20 Millionen Euro kann die CDU für den Wahlkampf ausgeben. Dessen heiße Phase soll jetzt beginnen - genau zum richtigen Zeitpunkt, glaubt Schüler.

Planung und Organisation von Behörden hat er an verschiedenen Stellen gelernt. Beim Berliner Bürgermeister hat er gearbeitet wie auch in der CDU-Parteizentrale. Später wechselte er für kurze Zeit auf die Seite der "sichtbaren" Politik, als Staatssekretär für Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig Holstein. Doch auch dort hatte er den wichtigsten Job bereits zuvor erledigt. 2005 half er Peter Harry Carstensen in dem sozialdemokratisch regierten Land eine knappe Mehrheit für die CDU zu erringen. Noch heute spricht Schüler von einer "prägenden Erfahrung". Was er damit meint? "Auch in schwierigen Situationen Ruhe und Nerven zu bewahren, sich durch Nebengeräusche nicht vom Kurs abbringen zu lassen."

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