Industrie investiert
Acht Milliarden für den Internet-Ausbau

Regierung und Unternehmen haben Schritte für die moderne Breitbandversorgung vereinbart. Verkehrsminister Alexander Dobrindt will Firmen bei der Vergabe von Mobilfunkfrequenzen Vorgaben für ländliche Räume machen.
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BerlinRegierung und Industrie haben sich auf Schritte zum Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Internets verständigt. Bei einem Treffen mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagten Telekommunikationsunternehmen und Kabelnetzbetreiber am Dienstag zu, im nächsten Jahr acht Milliarden Euro ins Breitbandnetz zu investieren.

Damit wollen sie zum Ziel der Koalition beitragen, bis zum Jahr 2018 alle Haushalte mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde auszustatten. Für den Anschluss von 80 Prozent der Haushalte könnten die Unternehmen selbst aufkommen, sagte Dobrindt. Als Hilfe bei den übrigen 20 Prozent werde der Bund Fördermittel aus der Veräußerung freiwerdender Mobilfunkfrequenzen bereitstellen.

Vorrangiges Ziel müsse es sein, die bislang unterversorgten Gebiete anzuschließen, sagte der CSU-Politiker. Dazu erwägt er nach eigenen Worten, die Vergabe der Frequenzen mit einer „Verpflichtung“ zu verknüpfen, zuerst die ländlichen Räume mit modernen Mobilfunkstandards auszustatten. Dabei geht es vor allem um Regionen, in denen sich ein Glasfaserkabel wirtschaftlich nicht rentiert.

Telekom und Vodafone machten deutlich, sie hätten prinzipiell nichts dagegen, dass die Frequenzvergabe mit einer Ausbauverpflichtung versehen werde. Allerdings könne der Bund dann keine hohen Erlöse bei der Auktion erwarten, sagte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum. Dobrindt sagte, am Ende werde die Bundesnetzagentur eine Abwägung treffen.

In der Netzallianz sind Telekommunikations- und Netzunternehmen zusammengeschlossen, die am Ausbauziel der Bundesregierung mitarbeiten wollen, das als wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum gilt. Zurzeit gibt es Haushalte, die nicht einmal zwei Megabit zur Verfügung haben.

Telekom-Chef Tim Höttges sagte, von den für nächstes Jahr geplanten acht Milliarden Euro werde sein Unternehmen etwa die Hälfte investieren. Die Zahl ist nicht neu: Der Bonner Konzern hatte schon länger angekündigt, hierzulande nächstes Jahr 4,3 Milliarden Euro auszugeben.

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Netzallianz legt Kursbuch vor

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  • also ganz ehrlich: gibt es für 8 Milliarden nichts wichtigeres zu tun als ein "noch" schnelleres Internet zu bauen?

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