Integration auf dem Arbeitsmarkt
Erst ein neues Land, dann die eigene Firma

Die Arbeitslosigkeit unter Neuzuwanderern ist hoch, die Absagen vieler Arbeitgeber frustrierend. Deshalb gründen Einwanderer überdurchschnittlich oft eigene Unternehmen – und schaffen dadurch Arbeitsplätze.

BerlinWer ein Unternehmen gründen will, braucht etwas Mut. Den größten Schritt ins Ungewisse machen jedoch die, die in einem fremden Land den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. „Menschen mit Migrationshintergrund fehlt oft das Netzwerk, der Zugang zu Kapital und das Wissen, wie man sich in den deutschen Behörden zurecht findet“, erklärt Panu Poutvaara, Professor an der Münchner Universität und Direktor des Zentrums für internationalen Vergleich und Migrationsforschung am ifo-Institut. Dennoch sind es sehr oft Zuwanderer, die nach der zigsten Absage auf dem Arbeitsmarkt resignieren und in die Selbstständigkeit flüchten.

Davon profitiert die deutsche Wirtschaft. Unternehmer mit Migrationshintergrund beschäftigten 2014 rund 1,3 Millionen Menschen, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung jüngst gezeigt hat. Zusammen mit den 709.000 zugewanderten Unternehmern im Land macht das zwei Millionen Arbeitsplätze, die direkt an der unternehmerischen Tätigkeit von Migranten hängen.

Je bunter das Unternehmertum, umso besser geht es der Wirtschaft – darin sind sich Experten einig. Denn je mehr Kulturkreise in den Chefetagen vertreten sind, umso leichter wird es für ausländische Bewerber, einen Job zu finden. Ausländische Unternehmer können dabei mithelfen, die Kosten der Integration von Neuzuwanderern zu senken, erklärt Poutvaara.

Zudem zeigen Zahlen: Unternehmen von Migranten exportieren häufiger als Firmen von Deutschen. Zuwanderer pflegen oft eine enge Verbindung zu ihrem Heimatland und anderen Kulturkreisen – und bleiben auch wirtschaftlich in Kontakt mit ihrer Heimat. Laut einer IAB-Studie sind Unternehmen von Migranten genauso innovativ wie Unternehmen von Deutschen. Und sie beschäftigen durchschnittlich sogar mehr Mitarbeiter.

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