Integrationsdebatte
Sarrazin versus Steingart – ein Streitgespräch

Thilo Sarrazin polarisiert: Einige stimmen seinen Thesen zur Integration zu, viele lehnen sie ab. In der Diskussion mit Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart verteidigt Sarrazin sein umstrittenes Buch. Das Handelsblatt dokumentiert die wichtigsten Äußerungen von Sarrazins Rede und Steingarts Erwiderung.
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MÜNCHEN. Thilo Sarrazin stellte diese Woche in München sein umstrittenes Buch "Deutschlands schafft sich ab" vor und verteidigte seine Thesen auf dem Podium gegen Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart und den Münchener Soziologieprofessor Armin Nassehi. Es kam – wie erwartet – zum Schlagabtausch.

Fast 1 000 Menschen drängten in die Veranstaltung, viele mussten wegen Überfüllung abgewiesen werden, die Polizei sperrte weiträumig ab. Taschen- und Personenkontrollen erwarteten die Zuhörer. „Kein Podium für Rassisten“, skandierten die Kritiker Sarrazins. Die „Republikaner“ verteilten ihr Parteiblatt: „Weg mit den Maulkörben“, forderten die Rechtspopulisten. Keine Frage: Sarrazin ist ihr neuer Held.

Im Saal bekam der ehemalige Politiker viel Applaus – noch bevor er ein Wort gesagt hatte. Eine Handabstimmung, von Sarrazin selbst initiiert, zeigte: Mehr als fünf Wochen nach Erscheinen hat nur eine Minderheit der Zuhörer in München das Buch gelesen, aber alle haben davon gehört. „Deutschland schafft sich ab“ heißt das Werk, in dem Sarrazin „faktengesättigt“ – wie er sagt – das drohende Ende Deutschlands beschreibt. „Deutschland in der Abendsonne“ habe er sein Buch zunächst nennen wollen, sagt er. Dem Verlag sei das zu poetisch gewesen.

Deutschland leide an einer falschen Einwanderungspolitik. Unproduktive und nicht integrationswillige türkische und arabische Migrantenmilieus würden angezogen. Der ökonomische Abstieg Deutschlands sei die zwangsläufige Folge. Das Buch ist mit bisher mehr als 650 000 verkauften Exemplaren das bestverkaufte Sachbuch der deutschen Nachkriegsgeschichte.

„Die Zustimmung, die Sie erhalten, bekommen Sie nicht für die Fakten, sondern für den Ton“, sagt Professor Armin Nassehi. Sarrazins Thesen von der Vererbung menschlicher Intelligenz seien keineswegs wissenschaftlich gesichert. Andere Aussagen des Autors seien hingegen in der Wissenschaft längst bekannt, insbesondere die Beschreibung der Integrationsprobleme. Das wahre Problem sei die Umsetzung: „Die Dinge werden seit Jahren diskutiert, die Volksparteien sind nur unfähig, daraus operative Politik zu machen.“ Dafür bekommt Nassehi Applaus vom Publikum. Seine Kritik an Sarrazin freilich quittierte das Publikum mit Buhrufen.

Auch Steingart hatte im Saal keinen leichten Stand. Ihm ging es ebenfalls um den Ton, den Sarrazin gegenüber Zuwanderern anschlägt. „Ich glaube, dass Sie den Dialog in dieser Gesellschaft nicht leichter gemacht haben“, sagte er. Steingart ging vor allem mit den demografischen und ökonomischen Thesen Sarrazins ins Gericht. Das Handelsblatt dokumentiert die wichtigsten Äußerungen von Sarrazins Rede und Steingarts Erwiderung.

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Kommentare zu " Integrationsdebatte: Sarrazin versus Steingart – ein Streitgespräch"

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  • Sehr geehrter Herr Steingart, Deutschland Der Abstieg eines Superstars, war doch von ihnen? Schon vergessen!

    Mit freundlichem Gruß Friedhelm Frank

  • ein Kommentar zu Margrit Steer was mich sehr ärgerte die Falsche Übertragung und Darstellung seitens Deutscher TV Sendungen während und bis heute die Propaganda über die Serben. Kurz zu mir selber zu hälfte Serbe und Vater Kroate aber tut zu Sache nicht viel“bog“. Möchte darauf zu sprechen kommen fühle mich hier wohl und heimisch kann die Deutschen sehr gut verstehen die gegen die sogenannten islamisierung sind, gegen die Zuwanderer Muslimischer Herkunft aber irgendwo freue ich mich drüber die haben es verdient selber zu spüren und probleme zu haben wie es sich mit dieser Gruppe der bevölkerung zu leben ist. Sollen büßen für die Propaganda die bis heute anhält falsche Darstellung.... aber ich darf nicht vergessen das ich sehr viele Deuschte kennenlernt habe die sich in dieser Thematik auskennen und die es durch aus verstehen können. insgesamt kann ich sehr Sarrazin dem seine behauptungen verstehen und unterstützen…………

  • ein Kommentar zu Margrit Steer was mich sehr ärgerte die Falsche Übertragung und Darstellung seitens Deutscher TV Sendungen während und bis heute die Propaganda über die Serben. Kurz zu mir selber zu hälfte Serbe und Vater Kroate aber tut zu Sache nicht viel“bog“. Möchte darauf zu sprechen kommen fühle mich hier wohl und heimisch kann die Deutschen sehr gut verstehen die gegen die sogenannten islamisierung sind, gegen die Zuwanderer Muslimischer Herkunft aber irgendwo freue ich mich drüber die haben es verdient selber zu spüren und probleme zu haben wie es sich mit dieser Gruppe der bevölkerung zu leben ist. Sollen büßen für die Propaganda die bis heute anhält falsche Darstellung.... aber ich darf nicht vergessen das ich sehr viele Deuschte kennenlernt habe die sich in dieser Thematik auskennen und die es durch aus verstehen können. insgesamt kann ich sehr Sarrazin dem seine behauptungen verstehen und unterstützen…………

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