Internationale Konferenz in Italien
„Deutschland muss mehr Flüchtlinge aus Italien holen“

Immer mehr Flüchtlinge erreichen Italien über das Mittelmeer - das Land ist überfordert. Pro Asyl fordert die Bundesregierung daher nun zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Italien auf. Die hilft lieber in Afrika.
  • 5

BerlinPro Asyl hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr Flüchtlinge aus Italien zu übernehmen. „Hier stehen Unterkünfte leer, dort leben Menschen auf der Straße. Aus Italien muss die Ausreise in Staaten wie Deutschland ermöglicht werden“, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt am Donnerstag vor einem Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Estland. Es sei „absurd, dass in dieser Situation Deutschland noch prüft, Flüchtlinge nach Italien zurückschicken zu können“. Die Flüchtlingsrechtsorganisation forderte Deutschland und die anderen EU-Staaten auf, den Flüchtlingen zur Seite zu stehen und ihre Menschenwürde zu schützen.

In diesem Jahr haben bereits mehr als 85 000 Flüchtlinge und illegale Migranten die Küsten Italiens erreicht. Die Regierung in Rom droht, ihre Häfen für Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen zu sperren. Im estnischen Tallinn sollen die Minister auch über einen „Aktionsplan“ zur Entlastung Italiens beraten, der auch eine Stärkung der libyschen Küstenwache vorsieht, während eine internationale Konferenz in Rom unter anderem mit Vertretern der EU, der Vereinten Nationen und Libyen über Migrationsfragen diskutiert.

Pro Asyl erklärte, die aus Seenot geretteten Menschen würden von der libyschen Küstenwache zurück nach Libyen verfrachtet. Dort herrschten menschenunwürdige Zustände. Pro Asyl forderte, Flüchtlinge müssten im nächstgelegenen sicheren Hafen an Land gebracht werden. Dies sei in der Regel Malta oder das italienische Lampedusa. Von dort sollten sie in andere EU-Staaten weiterreisen dürfen. Der Gründer der deutschen Nichtregierungsorganisation Mission Lifeline, Axel Steier, sagte, die libysche Küstenwache sei verantwortlich für Schüsse auf zivile Schiffe und Dutzende Tote.

Die Bundesregierung bekundete zwar Solidarität mit Italien, Bereitschaft zur Übernahme von mehr Flüchtlingen ließ sie aber vor Beginn einer internationalen Konferenz zu Migrationsfragen am Donnerstag in Rom nicht erkennen. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, erklärte, die Lösung müsse in Afrika gefunden werden. Er sagte: „Wir dürfen drängende Fragen von Flucht und Migration nicht erst auf dem Mittelmeer lösen. Es gilt, vorher anzusetzen: Aufnehmende Gemeinden brauchen unsere Hilfe zur Integration von Flüchtlingen und Migranten.“ Regionen, die bislang vom Menschenschmuggel lebten, benötigten stabile wirtschaftliche Alternativen.

Die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) kritisierte in einem SWR-Interview, dass es weiterhin Probleme bei der Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU gebe. Letztlich müsse man das Problem aber in Libyen lösen. Für Migranten müssten bereits in Afrika Anlaufstellen geschaffen werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Internationale Konferenz in Italien: „Deutschland muss mehr Flüchtlinge aus Italien holen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @von Horn: Absolut d´accord!!!
    Das gemeine deutsche Volk wird von politischer Seite zudem auch vorsätzlich belogen und betrogen, mit gefakten Studien und Statistiken hintergangen, nur um Angelas Dauerfehltritte zu legitimieren.

    Denn es ist reiner Irrsinn und oberdumm zu behaupten, dass von den Millionen an allein seit 2015 importierten Ungebildeten, Kriminellen und Nichtgeisteskindern in 5 Jahren jeder Zweite in Arbeit sein wird.

    Welche Arbeit mit welcher Ausbildung bitte, in einem Land, wo immer mehr Hochqualifizierte mit mindestens einem Studium in der Masse gebraucht werden (würden), aber nicht Millionen, die in ihrer Heimat nicht einmal in der Lage und gewillt waren, 8 Stunden am Tag einen ordinären Besen von A nach B zu bewegen.

    Nein, das ist VOLKSVERARSCHUNG in höchter Vollendung und was Merkel zu verantworten hat sind zusätzliche Millionen als Quasirentnern, welche unser Bundesbudget ebenso zusätzlich und vollkommen sinnlos mit 50 bis 70 Mrd. EUR pro Jahr belasten, während unsere Kinder in maroden Schulen sitzen, Kultureinrichtungen geschlossen werden, Universitäten keineswegs von Weltrang sind und Strassen wie sonstige Infrastruktur teils unter aller Sau sind. Und das alles trotz dessen, dass es den Deutschen selbst bereits jetzt eben längst nicht so gut geht, wie von politischer Seite stets behauptet wird.

    Deutschland ist politisch geisteskrank und das Bundeskabinett ein Tollhaus von wahrlich Allgemeingefährlichen!!!

    PS: Ich erlebe das bunte Treiben Merkels Fachkräfte auch selbst vor der eigenen Haustür im neu gebauten Flüchtlingsheim. Typen sitzen ganztags auf dem Bordstein und quatschen, Kinder fahren mit teurern Hoverboards und Bikes im Hof herum, spielen Fussball und telefonieren mit iPhones und die verhüllten Weiber stehen devot hinter der Fensterscheibe und glotzen auf die Strasse. Was KEINER von denen macht ist arbeiten, was aber alle machen ist, sich hier mit Merkels Vollpension prächtig fortzupflanzen. Streichelzoo z.L. des Steuerzahlers!

  • Zitat:

    "Die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) kritisierte in einem SWR-Interview, dass es weiterhin Probleme bei der Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU gebe."

    Mit Umverteilung wird kein Problem gelöst, es werden neue geschaffen und bestehende verschärft. Jede Woche kommen auf dem afrikanischen Kontinenet 1 million (!!) neue Menschen auf die Welt, bis 2050 soll die afrikanische Bevölkerung von derzeit 1,2 Milliarden Menschen auf 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Aber der 500 Millionen-Kontinent Europa soll´s richten?
    Afrika muss sein Bevölkerungsexplosion eindämmen, da hätte man schon vor 30, 40 Jahren mit einer echten Bevölkerungsentwicklungspolitik (Geburtenkontrolle, Ein-Kind-Politik wie in China) gegenhalten müssen. Scheinbar hatte man "Wichtigeres" zu tun.

  • Je mehr Menschen Deutschland aus den in Italien ankommenden Booten übernimmt,. desto mehr Menschen werden auf afrikanischem Booten neue Boote in Richtung EU besteigen. Erkennen die Leute der NGO´s die Sogwirkung nicht, die damit ausgelöst wiord.


    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%