Interview mit AfD-Vize Gauland
„Frauke Petry sorgt für Unruhe“

Die AfD-Spaltung in Baden-Württemberg hat die Bundespartei in einer Krise gestürzt. AfD-Vize Alexander Gauland hat die Hauptverantwortliche für das derzeitige Chaos schon ausgemacht: Parteichefin Frauke Petry.
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BerlinAlexander Gauland gehört dem AfD-Bundesvorstand zwar nur als Stellvertreter an. Als Vorsitzender der AfD in Brandenburg hat er zuletzt aber immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich verunglimpfte der 75-Jährige, angestachelt durch gezielte Fragen von Journalisten, den schwarzen Nationalspieler Boateng, den niemand als Nachbarn haben wolle. Und auch parteiintern teilt Gauland gerne aus. Er und die Bundessprecherin Frauke Petry sind sich in herzlicher Abneigung verbunden. Gauland zählt inzwischen zu Petrys schärfsten Kritikern. Die Spaltung der Landtagsfraktion in Baden-Württemberg ist vorläufiger Höhepunkt dieser Dauerfehde. Zumal Gauland Petry für das Chaos im Südwesten verantwortlich macht. Im Interview betont er einerseits, dass es im Bundesvorstand „keine Differenzen über grundsätzliche politische Fragen“ gebe. Er sagt aber auch: „Für Unruhe sorgen andere Dinge, etwa dass sich Frauke Petry in der baden-württembergischen Gedeon-Krise zu Wort gemeldet hat. Das war nicht sehr hilfreich.“  

Herr Gauland, am Beispiel der „Patriotischen Plattform“ in der AfD kann man sehen, dass Vorstandsbeschlüsse, die eine klare Abgrenzung zu Rassismus verlangen, nicht viel wert sind. Und auch im Fall des Stuttgarter AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon scheint es nicht weit her zu sein mit dieser Abgrenzung, weshalb Fraktionschef Jörg Meuthen die Fraktion verlassen hat. Wie bewerten Sie den Vorgang? 
Herr Meuthen und die 12 weiteren Abgeordneten haben den richtigen Weg gewählt. Sie haben sich klar vom Antisemitismus des Herrn Gedeon abgegrenzt und die Fraktion verlassen. Für uns im Bundesvorstand ist das die neue AfD-Fraktion. Wie sich die anderen nennen werden, kann ich Ihnen nicht sagen.  

Was geschieht nun mit den Abgeordneten der Gedeon-Fraktion, die ja weiterhin Mitglied der AfD sind? Müsste die Partei hier nicht Maßnahmen ergreifen, wenn sie mit ihrer Positionierung zum Antisemitismus glaubwürdig bleiben will?  
Das ist erst einmal die Sache des Landesverbands Baden-Württemberg. Wir haben mit unserer Unterstützung für Herrn Meuthen ein klares Signal gesetzt. Welche Auswirkungen die Fraktionsspaltung nun auf die AfD-Mitglieder haben wird, die sich hinter Gedeon gestellt haben, kann ich nicht beurteilen. Das Landesschiedsgericht muss entscheiden, ob die Unterstützung für Gedeon ein Parteiausschlussgrund ist. Es hat aber keinen Zweck, jetzt schon ein Urteil zu fällen. Das muss der Landesverband entscheiden. 

Allerdings besteht der Landesvorstand ja aus Mitgliedern sowohl der einen als auch der anderen Fraktion. Muss hier ein Sonderparteitag für endgültige Klärung sorgen?  
Ich möchte jetzt nicht über ungelegte Eier sprechen. Das müssen Sie Herrn Meuthen fragen.  

Zu der Zuspitzung im Fall Gedeon kam es ja erst, nachdem Frauke Petry sich zu Wort gemeldet hat. War das ein Fehler? 
Dass der Bundesvorstand in dieser Frage nicht mit einer Stimme gesprochen hat, war nicht sehr hilfreich. Dadurch ist eine Sachfrage plötzlich zur Machtfrage geworden. Ich fand es nie zielführend, eine Kommission einzuberufen, wie das auch von Frau Petry gefordert worden war. Das war von vornherein ein Irrweg. Frauke Petry wollte aber diesen Weg gehen – und wie sich jetzt zeigt, war diese Entscheidung falsch. Eine sofortige Entscheidung über einen Ausschluss von Herrn Gedeon wäre besser gewesen. 

Kommentare zu " Interview mit AfD-Vize Gauland: „Frauke Petry sorgt für Unruhe“"

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  • Herr Enrico "FatFinger" Caruso

    Wiederholungen sind langweilig.

  • @Micheline

    ein Großteil der Briten hat sich gerade wegen der "Flüchtkinge" gegen den Verbleib in der EU-DSSR entschieden.

    Es stellt sich also die Frage, warum die "Eliten" Volksabstimmungen meiden wie der Tefel das Weihwasser ??
    Laut Gauck sind ja die Eliten nicht das Problem - nur die Bevölkerung......
    O
    rban hat z.B. kein Problem damit, sich seine Politik zugunsten des ungarischen Volkes von diesem demokratisch legitimieren zu lassen.

  • Warum haben Sie meinen Rat nicht befolgt, Herr McGuire?

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