Interview mit Co-AfD-Chef Meuthen
„Schrille Töne sind unserer Sache nicht dienlich“

Neue Töne in der AfD: Co-Bundesparteichef Meuthen appelliert an seine Parteifreunde, gegenüber der politischen Konkurrenz moderat aufzutreten. Was er sich der davon verspricht, sagt der Südwest-AfD-Chef im Interview.

BerlinDie AfD sonnt sich im Glanz der Zahlen. Auf zehn Prozent kommt sie aktuell laut einer Umfrage. Auch der Mitgliederschwund konnte gestoppt werden. Dennoch läuft nicht alles rund für die Partei. Das Congress Hotel am Stadtpark in Hannover hat die für den Bundesparteitag am Wochenende reservierten Zimmer von AfD-Mitgliedern aus Sicherheitsgründen wieder storniert. Der Co-Bundesparteichef und Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, lässt sich davon aber nicht entmutigen. Im Interview äußerte er Kritik an den Umständen für Entscheidung des Hotels. Zugleich appelliert er aber auch an seine Parteifreunde, in der politischen Auseinandersetzung die AfD-Positionen in sachlichem Ton zu vertreten.

Herr Meuthen, wie stehen Sie zu der Hotel-Entscheidung?

Jörg Meuthen: Rein betriebswirtschaftlich betrachtet ist die Entscheidung des Hotels in dem künstlich geschaffenen politischen Umfeld leider sogar in gewisser Weise nachvollziehbar. Es ist das gleiche Muster, nach dem immer mehr gastronomische Betriebe, die uns für unsere Veranstaltungen und nun hier sogar nur für simple Übernachtungen zu beherbergen ursprünglich bereit sind, dafür in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht werden.

Es ist erschütternd und einer Demokratie unwürdig, dass dies offenkundig inzwischen mit stark steigender Tendenz von nicht wenigen unserer politischen Gegner als Mittel des politischen Kampfes gegen die AfD eingesetzt wird. Es kann mit deren Sachargumenten nicht weit her sein, wenn man meint, uns derart bekämpfen zu müssen. Das ist ein Trauerspiel.

Wie schätzen Sie die Lage der AfD ein, nachdem die Partei aktuell in Umfragen wieder zu verlieren scheint?

Nach dem Essener Parteitag war ungewiss, was aus der AfD wird. Wie wurden in den ersten Wochen danach von den Medien konsequent totgeschwiegen. Wir kamen im Sommerloch de facto in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr vor. Ich war trotzdem immer zuversichtlich, weil ich der Meinung war und bin, dass es ein großes Interesse an unserem politischen Angebot gibt. Und in der Flüchtlingskrise bewahrheitet sich das jetzt. Wir liegen konstant deutlich über fünf Prozent.

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