Islamist am Flughafen
Polizeigewerkschaft wirft Politik laxen Umgang mit privaten Sicherheitsfirmen vor

Ein Islamist hat am Zugang zum künftigen Berliner Flughafen gearbeitet. Das zieht scharfe Kritik vom Chef der Polizeigewerkschaft nach sich: Er fordert eine Kontrolle privater Sicherheitsfirmen.
  • 4

DüsseldorfNachdem ein Berliner Islamist auf der Baustelle des neuen Berliner Hauptstadt-Flughafens aufgeflogen ist, hat die Deutsche Polizeigewerkschaft schwere Vorwürfe gegenüber der Politik erhoben.

"Dieser Vorgang ist auch das Ergebnis einer Politik, die die private Sicherheitswirtschaft einer nahezu unkontrollierten Entwicklung überlässt. Aufträge werden weitergereicht an billige Subunternehmen, Kontrollen sind weitgehend Fehlanzeige, Hauptsache der Preis stimmt", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt Handelsblatt Online. "Da ist es weitgehend dem Zufall überlassen, ob solcherlei Missmanagement zu Anschlägen führt."

Wendt forderte Konsequenzen: "Wir verlangen, dass die Sicherheitswirtschaft endlich nicht allein unter gewerberechtlichen Aspekten gesehen, sondern unter sicherheitsrelevanten Voraussetzungen zugelassen und kontrolliert wird", sagte er.

Der als sogenannte Gefährder eingestufte Mann war laut offiziellen Angaben Anfang August zusammen mit 20 anderen illegalen Arbeitern durch den Zoll aufgegriffen worden.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Islamist am Flughafen: Polizeigewerkschaft wirft Politik laxen Umgang mit privaten Sicherheitsfirmen vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die aktuellen Ereignisse zeigen doch nur, dass man dringend in den Sicherheitsbehörden die eigenen Reihen säubern und mehr Transparenz schaffen muss.

    Solange es Unterstützer von braunem Gedankengut innerhalb der Sicherheitsbehörden gibt sollte Herr Wendt vielleicht nicht mit Halbwahrheiten den Bürger verunsichern.

    Da kommt doch im Sommerloch solch ein Thema wie gerufen, um von den eigenen Missständen abzulenken.

    Lieber Herr Wendt, in diesem Sinne im schön sauber bleiben und den Dreck vor der eigenen Haustür kehren.

  • Securitas, Kötter und Co. kriegen jede Menge Geld für den Auftrag mit der Bedingung nur eigenes Personal zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch bittere Wahrheit, dass sogar diese grosse Unternehmen nicht die Kapazität haben den Auftrag mit eigenes Personal zu bewältigen. Dies wird dann an Subunternehmen für 10-14€ die Std. versubt. Die wiederum beschäftigen völlig ungeeignetes Personal für 7€ Brutto die Std. Was will man erwarten, wenn der Arbeitnehmer nur 7€ die Std. verdient?
    Um noch mehr kosten zu sparen setzen diese großen Unternehmen viele Praktikanten und Azubis ein, damit man mehr erwirtschaften kann. 
    Die Idee ist ganz einfach:
    Alle Aufträge reinholen egal was es kostet (meist unterbieten sie alle und machen den Markt noch mehr kaputt), dann den Großteil des Auftrages an Subunternehmer weitergeben, damit man Sozialabgaben spart und soviele Praktikanten und Azubis arbeiten lassen, damit man viel verdient. 

  • Rainer Wendt spielt geschickt mit (Halb-)Wahrheiten und Schlußfolgerungen. Tatsächlich Relevantes läßt er auch mal gerne unter den Tisch fallen, wenn es ihm politisch opportun erscheint. Halt Gewerkschaftler.

    Fakt bleibt: Gerade im Bereich der Luftsicherheit wird das private Sicherheitsgewerbe bereits von der Bundespolizei stringent beaufsichtigt. Seine Kritik an der mangelhaften Überprüfung muss er also seinem Bundespolizei-Kollegen zuordnen, der die Gefährder-Einstufung dieser Wachperson schlicht für so geheim eingeordnet hatte, dass er sie dem Sicherheitsdienstleister verschwiegen hat. Der konnte also gar nichts für diese "Fehlbesetzung".

    Das ist übrigens gar nichts Neues, dass die Sicherheitsbehörden die privaten Sicherheitsdienste immer häufiger durch das Vorenthalten relevanter Informationen gegen die Wand fahren lassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Vom Grundsatz her hat Rainer Wendt aber vollkommen Recht. Die privaten Sicherheitsdienste sollten neu geregelt werden, mit dem klaren Ziel, ihrer Bedeutung in der deutschen Sicherheitsarchitektur auch tatsächlich gerecht werden zu können. Das ist auch letztlich gar nicht so schwierig, setzt aber unbedingt den politischen Willen voraus. nd auch hier hat Wendt Recht: Der ist bei der Politik nicht vorhanden.

    Der Preis/ der gezahlte Lohn ist dagegen weniger bedeutungsvoll, als so mancher sich das denkt. Der Markt bei akuter Personalknappheit honoriert KnowHow und Ausbildung und Erfahrung auch monetär. Wenn mit einer Neuordnung eine Steigerung dieser Aspekte einher geht, werden die Löhne dieser Entwicklung folgen. Da bin ich mir ziemlich sicher. - Aus guter Erfahrung!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%