IW-Studie
Forschung soll Wirtschaft aus der Krise helfen

Branchen, die sich in der Vergangenheit besonders gut geschlagen haben, werden auch die aktuelle Krise gut überstehen. Das sagen Wirtschaftsforscher. Entscheidender Faktor: Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Welche Branchen nach Ansicht der Wissenschaftler zu den Gewinnern gehören.

BERLIN. Die Gewinnerbranchen der Vergangenheit werden nach einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) trotz zum Teil starker Umsatzeinbrüche in den vergangenen Monaten am schnellsten aus der Wirtschaftskrise herauskommen. "Für Branchen wie die Medizin- und Regeltechnik, die Pharmaindustrie und den Maschinenbau bedeutet die Krise nur eine Atempause", sagte IW-Chef Michael Hüther gestern bei der Vorstellung der Studie, die IW-Consult, eine Tochter des Instituts, im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) erstellt hat.

Die drei Branchen führen die Rangliste der zehn Bereiche an, die laut IW auch in Zukunft wieder für die größten Zuwächse bei Bruttoinlandsprodukt und Beschäftigung sorgen werden. Auf den Rängen vier bis zehn folgen der "sonstige Fahrzeugbau" vom Schiffbau bis zum Schienenfahrzeugbau, die derzeit noch schwer gebeutelte Autoindustrie, die Nachrichten-, Rundfunk- und Fernsehtechnik (NRF), die Chemie, die Elektroindustrie, die unternehmensnahen Dienstleistungen und die Versorgungswirtschaft.

Seit 2003 haben die Branchen Fahrzeugbau, Versorgung, Metallwaren und Maschinenbau mit Raten zwischen 50 und knapp über 24 Prozent die größten Zuwächse bei der Bruttowertschöpfung erreicht. Die höchsten Zuwächse bei den Arbeitsplätzen gab es bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (24 Prozent) dem sonstigen Fahrzeugbau (9,3 Prozent) und der Pharmaindustrie (9,3 Prozent). Hüther zeigte sich überzeugt, dass die genannten Branchen nach der Krise bruchlos an ihre alten Erfolge anknüpfen werden. "Die Wirtschaft muss - anders als viele glauben - wegen der Krise nicht neu gedacht werden. Die Gewinner von gestern werden auch die Sieger von morgen sein," so Hüther.

Dabei zeichnen sich die Gewinnerbranchen durchweg durch einen besonders hohen Anteil an Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Produkte aus. Die weltweite Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte wird diesen Branchen laut Studie auch in Zukunft ermöglichen, Absatzschwächen im Inland durch neue Erxporterfolge auszugleichen.

Hier müsse die Politik ansetzen und die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung in Deutschland weiter verbessern, forderte VFA-Chefin Cornelia Yzer. "Um Chancengleichheit im internationalen Standortwettbewerb herzustellen, braucht Deutschland endlich auch wie die USA, Großbritannien und Frankreich eine steuerliche Forschungsförderung," sagte Yzer. Auch Hüther beklagte, dass von der bisher praktizierten Projektförderung zu 80 Prozent nur Großunternehmen profitierten. "Kleine Unternehmen wissen oft gar nicht, wie sie an die Fördertöpfe herankommen sollen." Er schlug vor, nach dem Modell der Schweiz und Österreich Unternehmen die Möglichkeit zu geben, 150 Prozent ihrer Personalausgaben für Forschung zusätzlich als Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen. Dagegen schloss sich der VFA der Forderung der deutschen Industrie an, dass in Zukunft zehn Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung direkt von der Steuerschuld abgezogen werden sollten.

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