Jahressteuergesetz
Verlage wütend über Seminar-Verteuerungen

Werden Fortbildungsmaßnahmen demnächst von der Umsatzsteuer befreit, müssten Kunden wie Veranstalter draufzahlen. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger warnt: „Die Wirtschaft wäre der große Verlierer.“
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DüsseldorfDie Pläne im neuen Jahressteuergesetz 2013, Seminare und Kongresse von der Umsatzsteuer zu befreien, bringen Verlage und Fortbildungsunternehmen auf die Palme. Denn die geplante Steueränderung führt zum Wegfall des Vorsteuerabzugs der Anbieter. Sie fürchten dadurch finanzielle Mehrbelastungen für Veranstalter und gewerbliche Kunden.

„Unternehmen müssen künftig mit zehn bis 15 Prozent mehr Kosten für Weiterbildungsangebote ausgeben“, sagte Dirk Platte, Justitiar im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Handelsblatt (Montagsausgabe), wenn künftig alle Bildungsangebote ohne Umsatzsteuer angeboten werden müssen. Die Folge wären weniger Besucher von Fortbildungsmaßnahmen mit Auswirkungen auf Verlage, Druckereien und Hotelbranche.

„Die Wirtschaft wäre sowohl auf Anbieter- als auch Abnehmerseite der große Verlierer“, warnt Plate. Der VDZ vertritt eine Reihe wichtiger Fortbildungsanbieter an, die gegen die vom Bundeskabinett beschlossene Neuregelung Sturm laufen. Darunter sind der Deutsche Fachverlag, Euroforum, Haufe, Haymarket, C, H. Beck, Süddeutscher Verlag und Vogel.

Die Branche fordert eine schnelle Korrektur des Gesetzesvorhabens. Die Unternehmen schlagen künftig eine differenzierte Regelung vor. Beispielsweise könnten Angebote zur politischen Bildung für Bürger durchaus von der Umsatzsteuer befreit werden, da das Zielpublikum ohnehin nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sei. Im gewerblichen Bereich müsse hingegen weiterhin die Umsatzsteuer für Seminare und Kongresse gelten.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Jahressteuergesetz: Verlage wütend über Seminar-Verteuerungen"

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  • Aha, jetzt kosten die überflüssigen Weiterbildungsangebote künftig also mehr. Gehen da jetzt mehr Leute hin? Jeder Selbständige geht lieber Geld verdienen, als sich um einen Verdienst zu bringen und noch Geld zusätzlich zu löhnen. Es kann sich also eigentlich nur um Angebote für Leute mit viel Zeit und Geld handeln, die entweder von der AfA gesponsort oder aus der Hartz4 Falle rausgeholt werden sollen.

    @pedrobergerac:
    Steuern sind übrigens dann völlig überflüssig! Weil man einfach einen Prozentsatz des BIP jährlich definiert als Staatshaushalt und diese Geld ja selbst druckt. Das BIP wäre zudem deutlich höher ohne irgendeine weitere Massnahme.

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