Jürgen Thumann fordert Ausdehnung der Lebensarbeitszeit
Industriepräsident für freiwillige Rente mit 70

In der Diskussion über ein höheres Eintrittsalter für die Rente hat Industriepräsident Jürgen Thumann gefordert, die Lebensarbeitszeit bis 67 auszudehnen und zugleich die Rente mit 70 zu ermöglichen. Der CSU-Sozialpolitiker Horst Seehofer wandte sich unterdessen gegen weitere Rentenkürzungen. Die DGB-Vize-Vorsitzende Ursula Engelen- Kefer forderte bessere Rentenleistungen für Langzeitarbeitslose.

HB HAMBURG. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Thumann sprach sich dafür aus, die Lebensarbeitszeit schrittweise zu verlängern, um die Rentenversicherung zu sanieren. „Als erstes muss wieder wirklich bis 65 gearbeitet werden“, schrieb er in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. „Danach müssen wir die Lebensarbeitszeit bis 67 ausdehnen. Die Rente mit 70 sollten wir denen ermöglichen, die freiwillig länger in Arbeit bleiben wollen.“

Seehofer, der auch bayerischer Vorsitzender des Sozialverbandes VdK ist, sagte der „Passauer Neuen Presse“, die Lage der Rentenkasse könne nur durch höheres Wirtschaftswachstum und einen Abbau der Arbeitslosigkeit verbessert werden. Weitere Rentenkürzungen lehnte er ab. „Es gibt mit Ausnahme der Arbeitslosen keine Bevölkerungsgruppe, die in den letzten Jahren so viele Sparopfer erbringen musste wie die Rentner“.

Engelen-Kefer sagte den „Ruhr Nachrichten“: „Für Langzeitarbeitslose ist Altersarmut vorgezeichnet.“ Der Bund müsse einen höheren Rentenbeitrag für die Empfänger von Arbeitslosengeld II zahlen. Sie forderte auch einen „finanziellen Ausgleich des Bundes an die Rentenversicherung für Mini-Jobs“.

Die Beschäftigungsverhältnisse mit niedrigen Sozialbeiträgen wie Mini-Jobs oder Ich-AGs hätten sich zu „Massenphänomenen“ entwickelt, sagte die DGB-Vize. In den vergangenen drei Jahren seien mehr als eine Million sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse verloren gegangen, im Gegenzug „boomen die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse“. Durch die niedrigen Sozialabgaben entgingen der Rentenkasse Einnahmen.

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